Pierre Bonnard
Wandschirm „mit Hasen”, Entwurf

Entwurf für einen Wandschirm „mit Hasen”
Pierre Bonnard (1867-1947)
Entwurf für einen Wandschirm „mit Hasen”
1894-1895
Gouache mit Farbstiftstrichen auf Papier
H. 47,5; B. 60,5 cm
© ADAGP - RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Jean-Gilles Berizzi

Projet de paravent "aux lapins" [Entwurf für einen Wandschirm „mit Hasen”]


Dank des Japonismus der 1890er Jahre erfreuen sich nicht nur Holzschnitte sondern auch Fächer und Wandschirme großer Beliebtheit. Wie Vuillard und später auch Maurice Denis beschäftigt sich Bonnard, der von seinen Freunden als der „japanbegeisterte” Nabi bezeichnet wird, mit der Form des Wandschirms.

Diese großformatige Gouache war das Projekt für einen Wandschirm, dessen Bestandteile heute im Museum of Modern Art von New York (die drei Tafeln des Ländliches Ensemble) und im Musée d'Orsay (die einzelne Tafel, Im Sand spielendes Kind) aufbewahrt werden. Dank einer Zeichnung aus einem seiner Blocks und eines Fotos von Bonnard, das um 1905 in seinem Atelier aufgenommen wurde, wissen wir, dass die endgültige Version des Wandschirms nicht mit diesem Entwurf übereinstimmt. Man sieht ihn vor den im MoMa befindlichen Tafeln und dem Im Sand spielenden Kind.
Die Gouache besticht durch ihre homogene Konzeption, wo Laubwerk, Grün, eine weibliche Figur und Hasen ein dekoratives Ensemble bilden. Die hier links dargestellte Tafel wird jedoch durch das wesentlich dunklere Im Sand spielende Kind ersetzt werden. Vermutlich isolierte Bonnard Dasim Sand spielende Kind von dem Ensemble, da es sich in stilistischer Hinsicht vollkommen davon unterscheidet.
Der Entwurf für einen Wandschirm „mit Hasen” legt Zeugnis ab von einem dekorativen Ensemble ersten Ranges. Es ist charakteristisch für Bonnards Nabis-Periode, da es eine Mischung aus Möbeldekor und reiner Malerei ist.


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