Claude Monet
Frauen im Garten

Frauen im Garten
Claude Monet (1840-1926)
Frauen im Garten
Um 1866
Öl auf Leinwand
H. 255; B. 205 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Femmes au jardin [Frauen im Garten]


1866 beginnt Claude Monet im Garten des Hauses, das er in einem Pariser Vorort mietet, ein großformatiges Gemälde nach der Natur zu malen. Dies stellt eine zweifache Herausforderung für ihn dar: für die Plein-Air-Malerei muss ein Graben ausgehoben werden, in den die Leinwand mittels einer Rolle hinuntergelassen wird, damit man für die Bearbeitung des oberen Teils den gleichen Aussichtspunkt hat; das große Format ist gewöhnlich für Historienbilder bestimmt.
Anliegen des jungen Monets ist es indes, die Personen so in die Landschaft zu integrieren und den Eindruck zu erwecken, dass Luft und Licht fließen.

Der Maler erreicht das gewünschte Ergebnis mittels bunter Schatten und Lichter, Sonnenstrahlen, die durch das Laubwerk dringen, hellen spiegelnden Lichtkreisen im Halbdunkel.
Emile Zola schreibt in seinem Bericht über den Salon: „Die Sonne schien gerade auf die strahlend weißen Kleider; der warme Schatten eines Baums warf auf die Wege, auf die sonnenerhellten Kleider eine große graue Decke. Ein äußerst ungewöhnlicher Effekt. Man muss seine Zeit ganz besonders gern haben, um eine solche Glanzleistung zu wagen und Stoffe durch Schatten und Sonnenlicht entzweizuschneiden“.

Die verschwommenen Gesichter haben keinen Porträtcharakter. Camille, die Gefährtin des Malers, stand für die drei Figuren links Modell. Das Weiß der Kleider besticht durch seine Weichheit: er fügt sie in den Aufbau des Gemäldes ein – zwischen den dominierenden Grün- und Brauntönen – den der Baum in der Mitte und der Weg gliedern.

Das Gemälde wurde im Atelier vollendet und von der Jury des Salons 1867 unter dem Vorwand zurückgewiesen, dass es jegliches Sujet oder jeglicher Darstellung entbehre und der klar erkennbare Pinselstrich ein Zeichen von Freizügigkeit und Unvollendetheit sei. Eines der Mitglieder erklärte: „Nur zu viele junge Leute wollen diese abscheuliche Richtung einschlagen. Es ist höchste Zeit, sie davor zu bewahren und die Kunst zu retten!“


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