Musée d'Orsay: Übersicht über die Weltausstellungen von 1851 bis 1900

Übersicht über die Weltausstellungen von 1851 bis 1900

Werbung für Industrieprodukte

Joseph PaxtonEntwurf für die Weltausstellung 1889, Palast der Champs de Mars© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt
Die Weltausstellungen, die ab 1928 vom Bureau international des Expositions vergeben werden, waren ursprünglich dazu bestimmt, die Produkte der Industrie vorzustellen und den technischen Fortschritt zu feiern.

Die erste Veranstaltung dieser Art findet 1851 in London statt. Der von Joseph Paxton eigens zu diesem Zweck entworfene Crystal Palace – ein weiträumiges Hauptschiff aus Glas und Metall - erregt groβes Aufsehen. Der Architekt wird auf dieses Projekt 1867 für die Pariser Ausstellung zurückgreifen.

Owen Jones
 1809 – 1874
 Projet d'un palais de cristal dans le parc de Saint-Cloud, vue intérieure [Entwurf zu einem Kristallpalast im Park von Saint-Cloud, Innenansicht]
 1860-1862
 Aquarell, Buntstifthöhungen
 H. 45,5 ; B. 120 cm
 Paris, Musée d'Orsay, Schenkung des Fördervereins Freunde des Musée d'Orsay, 1991
Owen JonesEntwurf zu einem Kristallpalast im Park von Saint-Cloud, Innenansicht© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / DR
Owen Jones, der am Bau des Kristallpalastes beteiligt war, entwirft 1860/61 für eine ständige Ausstellung der Industriekünste in Saint-Cloud ein ähnliches Projekt.

Die Weltausstellungen in Frankreich

Max Berthelin
 1811-1872
 Exposition universelle de 1855. Palais de l'Industrie, coupe transversale [Weltausstellung 1855. Industriepalast, Querschnitt]
 1854
 Schwarze Tinte und Aquarell
 H. 31,1 ; B. 67,3 cm
 Paris, Musée d'Orsay
Max BerthelinWeltausstellung 1855. Industriepalast, Querschnitt© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski
Ab 1855 finden regelmäβig alle 11 Jahre (1855, 1867, 1878, 1889 und 1900) Weltausstellungen in Frankreich statt. Der zeitliche Abstand ist notwendig, um eine so aufwändige Veranstaltung auszurichten. Die Weltausstellung 1855 präsentiert zum ersten Mal Industrieprodukte und zeitgenössische Kunst.

Man verwendet immer mehr Metall für den Bau der Ausstellungspavillons. Dies wird anhand von Max Berthelins Entwurf für den Industriepalast deutlich, der letztendlich von Viel und Barrault an den Champs-Elysées errichtet wird.

Politische Zurschaustellung

Alfred VaudoyerWeltausstellung 1878: Fassade der Staaten von Mittel- und Südamerika© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski
Die Botschaft dieser Ausstellungen ist vor allem politischer Natur. Zur Verherrlichung der Nationen werden Bauwerke im Stil des jeweiligen Landes errichtet, das Gegenstände seiner Produktion präsentiert.
Die Organisation und die Kosten werden von den Teilnehmerländern übernommen. Für die Vertretung mancher geografischer Zonen werden die Unkosten von den Organisatoren getragen. Dies gilt beispielsweise für die Pavillons von Mittel- und Südamerika auf der Straβe der Nationen der Ausstellung von 1878. Sie wurden von dem französischen (oder Pariser) Architekten Léon Vaudoyer entworfen.

Gedenkveranstaltungen

Gustave EiffelProjekt für die Ausstellung von 1889© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski
Eine Weltausstellung wird meistens zum Gedenken an eine Persönlichkeit oder ein Ereignis ausgerichtet: 1893, in Chicago zum Andenken an Christoph Kolumbus; 1915, in San Francisco anlässlich der Einweihung des Panamakanals. Als Symbol für die Ausstellung, die 1889 in Frankreich anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Französischen Revolution stattfindet, errichtet Gustave Eiffel den legendären dreihundert Meter hohen Turm.

Eugène Hénard und Edmond PaulinWeltausstellung 1900, Elektrizitätspalast, Wasserschloss und Palast der Mechanik und der chemischen Industrien© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski
1900 feiert man den Triumph der Elektrizität, die den Pavillons bei Nacht ein geradezu märchenhaftes Aussehen verleiht. Der zugleich zweckmäβige und dekorative Elektrizitätspalast von Edmond Paulin und Eugène spiegelt die symbolische Bedeutung der Ausstellungen wider.

Was ist heute davon noch übrig?

Louis Pille (1868-1899)
 Exposition universelle de 1900, projet pour le Grand Palais [Weltausstellung 1900, Projekt für den Grand Palais]
 1894
 Bleistift, Bleigriffel, Aquarell
 H. 37,5; B. 105 cm
Louis Pille Weltausstellung 1900, Projekt für den Grand Palais© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski
Aus Rentabilitätsgründen sollen manche Bauwerke über die Ausstellung hinaus erhalten bleiben. In Paris bestehen der Grand und Petit Palais (von Thomas Deglane und Charles Girault) als Ausstellungsorte fort. Auch im Ausland finden wir zahlreiche Beispiele dafür wie das South Kensington Museum in London (Ausstellung 1862).

Auguste PateyWeltausstellung von Lyon© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais
Die Aussteller wuden mit Medaillen und Preisen ausgezeichnet, die die glücklichen Gewinner stolz in ihren Läden oder Unternehmen zur Schau stellten.

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