Musée d'Orsay: Ankaufsverfahren

Ankaufsverfahren

Jeder Neuankauf, egal ob kostenlos (Schenkung) oder entgeltlich, unterliegt demselben Prüf- und Entscheidungsprozess.

1. Schritt: Versammlung des Gremiums Erhaltung/Erwerb, Tagung in begrenzter Zahl des Wissenschaftlichen Rats

Präsentation durch die Konservatoren der Ankaufsvorschläge im Rahmen der Versammlung des Gremiums Erhaltung/Erwerb, Tagung in begrenzter Zahl des Wissenschaftlichen Rats, bestehend aus Konservatoren der Einrichtung und ihres Vorsitzenden. Jeder Ankaufsvorschlag wird bei dieser Versammlung präsentiert und zur Abstimmung mit geheimer Stimmabgabe vorgelegt.

2. Schritt: Ankaufskommission

Präsentation durch die Konservatoren der Vorschläge für Neuankäufe vor der Ankaufskommission bestehend aus 12 stimmberechtigten Mitgliedern (einige ex officio, andere durch Erlass des Kulturministeriums ernannt) sowie den Konservatoren (von ihren Kollegen gewählt bzw. durch Erlass des Kulturministeriums ernannt).

Nach der geheimen Abstimmung mit Zweidrittelmehrheit der Stimmen der anwesenden oder vertretenen Mitglieder wird der Ankauf von Werken akzeptiert, unter dem Vorbehalt, dass der Wert die folgenden Obergrenzen nicht übersteigt, die per Ministererlass vom 5. Mai 2017 definiert wurden und ab denen der Kunstrat der nationalen Museen konsultiert wird:

  • Gemälde und Malereien: 200.000 €
  • Skulpturen: 200.000 €
  • Zeichnungen, Aquarelle, Gouachen und Pastelle: 100.000 €
  • Kunstobjekte: 100.000 €
  • Fotografien, Filme und Negative: 50.000 €


Die Werke werden nach der offiziellen Entscheidung (administratives Dokument zur Verabschiedung des Votums und Bestätigung der Entscheidung durch den Vorsitzenden) in die nationalen Sammlungen aufgenommen. Nach der offiziellen Entscheidung leiten die Finanzdienste die Bezahlung ein, wenn es sich um einen entgeltlichen Ankauf handelt, und das Inventarbüro teilt dem Werk eine Inventarnummer zu.

Zusätzlicher Schritt bei Überschreitung der Obergrenzen: Kulturrat der nationalen Museen

Jeder Neuankauf, dessen Wert die oben erwähnten Obergrenzen übersteigt, wird dem Kulturrat der nationalen Museen als übergeordneter Instanz vorgelegt.

Dieser Rat wird vom Vorsitzenden mindestens sechs Mal pro Jahr versammelt. Er besteht aus 21 stimmberechtigten Mitgliedern (geheime Abstimmung), die ex officio oder per Erlass des Kulturministers ernannt werden.

Nach einem Mehrheitsvotum werden die Objekte nach der Veröffentlichung der Entscheidung und des Abstimmungsergebnisses endgültig erworben. Im Anschluss an dieses Verfahren erhalten die erworbenen Werke eine Inventarnummer, die am Werk angebracht wird.

Rechtsvorschriften

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