Musée d'Orsay: Das Museum verändert sich

Das Museum verändert sich

Die Säle eines großen Museums unterliegen regelmäßig Veränderungen: Neue Hängungen, die jüngsten Neuzugänge, Leihgaben kehren zurück, Restaurierungen, neue Assoziationen, Leihgaben… die Präsentation der Sammlungen wird ständig mehr oder weniger neu gestaltet. Auf dieser Seite erhalten Sie regelmäßig Informationen zu den wesentlichen Veränderungen der Galerien des Musée d’Orsay.

Wiedereröffnung der Postimpressionistenräume des Musée d'Orsay

Redon Raüm© Musée d'Orsay / Sophie Crépy
Ab dem 10. September lädt das Musée d'Orsay die Öffentlichkeit ein, seine außergewöhnliche Sammlung mit Werken des Postimpressionismus (u. a. Emile Bernard, Paul Sérusier, Vincent Van Gogh, Paul Gauguin, Odilon Redon) zu entdecken.
Im 5. Stockwerk des Museums wurden neun Säle komplett renoviert. Der Rundgang, der Gemälde, Skulpturen, Kunstobjekte aber auch Filme umfasst, wurde neu gestaltet, um als Fortsetzung der Galerie der Impressionisten die außerordentliche Vielfalt der Pariser Kunstszene von den 1880er Jahren bis Ende des 19. Jahrhunderts zu beleuchten.



Raum der Schule von Pont-Aven© Musée d'Orsay / Sophie Crépy
Die Galerie Françoise Cachin und die neuen Ausstellungsräume
Die Werke des Postimpressionismus zählen zu den Aushängeschildern der Sammlung und kommen dank einem übersichtlicheren Rundgang und dem multidisziplinären Kontext noch besser zur Geltung. Dank dieser Renovierung kann der Komfort bei der Besichtigung verbessert, aber auch der Zusammenhang zwischen dem Gebäude, seiner Lage im Herzen von Paris und den präsentierten Sammlungen hervorgehoben werden.
Dem Besucher bietet sich somit ein Blick auf die Pariser Stadtviertel Montmartre und Opera Garnier, wo die ausgestellten Künstler gelebt und gearbeitet haben. Die Renovierung dieser Säle steht in Kontinuität mit der Galerie der Impressionisten, die wiederum im November 2018 im Bemühen um Kohärenz und unter Einhaltung der künstlerischen Chronologie umgestaltet wurde. Der somit neu aufgelegte Rundgang beleuchtet die verschiedenen Facetten der Entwicklung der künstlerischen Avantgarde in Frankreich, von der Entstehung des Impressionismus gegen Ende der 1860er Jahre bis zum Postimpressionismus um 1890.

Die Galerie, die insbesondere die Werke von Van Gogh und Gauguin präsentiert, trägt nun den Namen "Galerie Françoise Cachin", als Hommage an die berühmte Kunsthistorikerin und Direktorin des Musée d'Orsay (1986-1994).

Raum Van Gogh© Musée d'Orsay / Eric Jouvenaux
Die Zeitepoche, die Künstler, die Werke
Die 1890er Jahre zeichnen sich durch eine besonders intensive künstlerische und intellektuelle Energie aus. Mit dem Impressionismus der 1870er Jahre etabliert sich Paris als Hauptstadt einer unabhängigen Kunst.
Gegen Ende der 1880er Jahre entsteht - in Kontinuität und gleichzeitig im Bruch mit dieser Bewegung - eine Kunstrichtung, die heute gerne als "Postimpressionismus" bezeichnet wird. Vincent Van Gogh reist 1886 nach Paris. Er erforscht sehr schnell die Ausdrucksmöglichkeiten der Farbe.
Gauguin und eine neue Generation von Malern (Emile Bernard, Paul Sérusier, Meijer de Haan) bestätigen ebenfalls ihre Ausdruckskraft und initiieren gleichzeitig eine radikale Vereinfachung der Formen.
Odilon Redon, Leitfigur des Symbolismus, setzt Traum und Suggestion in den Mittelpunkt seiner Kunst.

Diese neue Präsentation bietet den Besuchern zahlreiche Überraschungen und Entdeckungen, wobei die Neuerwerbe und jüngeren Restaurierungen hervorgehoben werden (Bretonnes dans la Prairie [Bretoninnen im Feld] von Emile Bernard, ein außerordentlicher Erwerb im Frühjahr 2019 dank dem Sponsoring von Axa, Vase porte-bouquet [Blumenvase] von Paul Gauguin, erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert),Nature morte au lilas [Stillleben mit Flieder] des Holländers Meijer de Haan, dem "verborgenen Meister", der an der Seite von Gauguin in der Bretagne gearbeitet hat (2016 erworben) oder auch Tétraèdes [Tetraeder] von Paul Sérusier, eine seltene Komposition innerhalb Schaffens des Malers (2018 erworben). Und zuletzt gab eine außergewöhnliche Restaurierung, die anlässlich dieser Neueröffnung fertiggestellt wurde, dem Cheval blanc [Weißes Pferd] von Paul Gauguin seine strahlenden Farben zurück.
Diese Künstler bringen die gemeinsame Absicht zum Ausdruck, die Schranken zwischen den Praktiken aufzubrechen und die Hierarchie zwischen den Kunstrichtungen abzuschaffen. Somit werden in diesen neuen Sälen die Werke von Paul Gauguin seinen Keramiken und Skulpturen gegenübergestellt.

Zinke des Kabaretts der schwarzen Katze© Musée d'Orsay / Sophie Crépy
In Reaktion auf die Künstler und Themen im Rahmen des Rundgangs ist ein eigener Raum der Fotografie und den Werken auf Papier der Sammlung gewidmet (Pastellmalereien und Zeichnungen, einschließlich von Architekten oder Dekorateuren). Anlässlich dieser Neueröffnung zeugt eine Auswahl von Zeichnungen zu den Universalausstellungen, insbesondere jene von 1889, von der Bedeutung der Farbe in der Architektur der damaligen Zeit.

Zuletzt sind die darstellenden Künste mit einer Auswahl von Zink-Figuren vertreten, die im Kabarett Le Chat noir, wo sich Künstler aus allen Sparten trafen, projiziert wurden. Ein letzter Abschnitt, der den Anfängen des Kinos sowie der Art und Weise, wie sich dieses Kunstgenre bereits sehr früh darstellt, gewidmet ist (u. a. mit Projektionen von Filmausschnitten von James Williamson (A Big Swallow, 1901) oder Alice Guy (Le Coq dressé von Cook & Rilly, 1905) bildet den Abschluss der Auseinandersetzung mit diesem ausgehenden Jahrhundert im Umbruch.

 

Außergewöhnliche Leihgabe: Pierre Auguste Renoir, "Eine Theaterloge"

Pierre Auguste RenoirEine Theaterloge© Musée d'Orsay / Sophie Crépy
Im Austausch gegen bedeutende Leihgaben aus unseren Sammlungen an die Ausstellung "Renoir : The Body, The Senses" (Clark Art Institute, 8. Juni - 22. September 2019) freut sich das Musée d'Orsay, dieses Meisterwerk des Clark Art Institute (Williamstown, Massachussetts) vorübergehend in seinen Räumlichkeiten präsentieren zu können. .
Das Clark Art Institute ist ein Kunstmuseum und Forschungsinstitut für Kunstgeschichte und wurde 1950 von einem Sammlerehepaar (dem Amerikaner Sterling Clark, 1877-1956, und seiner französischen Ehefrau Francine Clary, 1876-1960) gegründet, das sich für impressionistische Kunst begeisterte. Nach der Fondation Barnes und dem Musée d'Orsay handelt es sich um die drittgrößte Sammlung der Werke von Renoir.

Eine Theaterloge
Die Impressionisten wählten häufig Theater- und Aufführungsräume als Malsujet. Ihr Blick richtet sich nicht auf die Bühne, sondern wandert zu den Sitzreihen oder Logen, wo sich die Zuschauer beobachten oder zur Schau stellen. Im Unterschied zu Eva Gonzales (Eine Loge in der italienischen Oper) tauchen wir mit Renoir in den Bereich der Loge ein, sodass ein Gefühl der räumlichen Nähe zu den Modellen geschaffen wird.

Das Fehlen einer männlichen Figur und der Blumenstrauß suggerieren den Austausch mit einem Anbeter. Das Malsujet erlaubt es Renoir, bei der Bearbeitung von Stoffen und Inkarnat seinem Talent als Kolorist und der Virtuosität seines Pinselstrichs freien Lauf zu lassen.
Während im 19. Jahrhundert das Tageskostüm die Haut der Frauen in der Tat verhüllt, legen die Abendkleider Ausschnitte, Arme und Schultern frei.

Ursprünglich hatte Renoir einen Mann im oberen rechten Eck des Gemäldes gemalt. Es handelte sich zweifellos um Edmond Turquet, stellvertretender Staatssekretär für Kunst und Auftraggeber des Werks. Da ihm das Werk jedoch nicht gefiel, wies er es zurück.
Renoir entfernte darauf seine Silhouette und fügte das junge Mädchen auf der rechten Seite hinzu. Somit verwandelte er das mondäne Porträt in eine Szene des modernen Lebens.

Das Kunstwerk wird bis Januar 2020 in Raum 31 der impressionistischen Galerie gezeigt.

Verlegung der großformatigen Gemälde von Courbet

Am Montag, den 11. Juni 2018, werden Das Atelier des Malers und Ein Begräbnis in Ornans von Gustave Courbet - zwei der großformatigsten Werke der Sammlungen im Musée d’Orsay - an ihren neuen Präsentationsort in Saal 7 verlegt. Sie werden dort gegenüber von Die Dekadenz der Römer von Thomas Couture - einem Gemälde, das vor kurzem im Hauptsaal zur Restaurierung aufgehängt worden war - zu sehen sein.
Diese Verlegung ist der Beginn einer allgemeinen Umhängung der Gemälde der Museumssammlungen in den kommenden Monaten.

"L'atelier du peintre" und "Un enterrement à Ornans" von Courbet© Musée d'Orsay / Sophie Boegly-Crépy

Vier unvollendete Gemälde von Puvis de Chavannes

Pierre Puvis de ChavannesFries zur Ausschmückung des Pantheons© Musée d'Orsay / Sophie Crépy
Vier unvollendete Werke von Pierre Puvis de Chavannes, die ursprünglich für den Pariser Pantheon bestimmt waren, wurden vor kurzem restauriert und sind von jetzt an in Saal 59 zu sehen.

Ab 1860 fertigt Pierre Puvis de Chavannes mehrere große Wandgemälde an, die ihm zu internationalem Ruhm gereichen. Zu diesem Ensemble zählen auch die dem Leben der heiligen Genoveva gewidmeten Werke für das Pantheon, die nationale Ruhmeshalle Frankreichs.
Im Auftrag Ludwig XV. wurde das Gebäude nämlich ursprünglich als Kirche der Abtei Sainte-Geneviève errichtet. In der 3. Republik wurden zahlreiche Künstler mit der Ausschmückung des Tempels der Helden Frankreichs beauftragt, dazu gehörte auch ein Gemäldezyklus zu Ehren von Genoveva, der Schutzpatronin von Paris.

1878 liefert Puvis de Chavannes 2 Gemälde, die der Kindheit der heiligen Genoveva und der Begegnung zwischen der heiligen Genoveva und dem heiligen Germaingewidmet sind. Für den 1893 erhaltenen Auftrag malt er einen dreiteiligen Bilderzyklus, der schildert wie Genoveva das belagerte Paris mit Lebensmitteln versorgt. Dieses Wandgemälde sollte von einem Fries überragt werden. Diese Arbeit wird jedoch 1898 durch seinen Tod unterbrochen.

Pierre Puvis de ChavannesFrise destinée à la décoration du Panthéon© Musée d'Orsay / Sophie Crépy
Die vorbereitenden Kartons für diesen Fries, der unvollendet blieb, zeigen Heiligenfiguren. Anhand dieser Entwürfe kann man den Arbeitsprozess des Künstlers nachvollziehen: Quadrierung, Kohle- und Sepiazeichnung, Lavierung und Farbe.
Mit der Ausführung dieses Dekors wurde schließlich der Maler Victor Koos, der ehemalige Assistent von Puvis, beauftragt. Er übertrug Anfang der 1920er-Jahre die Zeichnung seines Meisters auf die Wände des Pantheons.

Depositum der Fondation Napoléon im Musée d'Orsay

Eugène GuillaumeNapoleon I. als Gesetzgeber© Musée d'Orsay / Sophie Crépy
Seit Beginn 2018 befindet sich im Hauptsaal des Musée d'Orsay ein wichtiges Depositum der Fondation Napoléon: eine Gipsstudie von Napoleon I. als Gesetzgeber des Bildhauers Eugène Guillaume (1822-1905).

1860 bezieht Fürst Napoleon (1822-1891), Sohn von Hieronymus Bonaparte, in der Avenue Montaigne in Paris einen weitläufigen Wohnsitz im antiken Villenstil, der unter dem Namen "Pompejisches Haus" bekannt war. Im Atrium thront eine lebensgroße Darstellung des lorbeergekrönten Kaisers in der Toga, das Zivilgesetzbuch haltend, zu seinen Füßen ein Adler.

Gustave BoulangerProbe "Flötenspiele" und "Frau von Diomedes" beim Prinzen Napoleon© RMN-Grand Palais (Musée d’Orsay) / Adrien Didierjean
Diese Darstellung findet sich in einem Gemälde von Gustave Boulanger wieder, das im Musée d'Orsay aufbewahrt wird: Probe von "Der Flötenspieler" und " Die Frau des Diomedes" bei Fürst Napoleon (1861).
Bei diesem Depositum handelt es sich um die Originalstudie aus Gips, die im Atelier von Guillaume geblieben ist und dann im Besitz seiner Nachfahren war - bis zur Schenkung 2003 an die Fondation Napoleon.
Die Marmorversion, die infolge des Brands der Tuilerien 1871 erheblich beschädigt wurde, wird heute im Napoleon Museum von Arenenberg (Schweiz) aufbewahrt.

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Webseite der Fondation Napoléon: Hier klicken.

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Die Schenkung Zeïneb und Jean-Pierre Marcie-Rivière

Edouard VuillardMädchen© Musée d'Orsay, Dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt
Das Musée d'Orsay präsentiert erstmals in seinen Räumlichkeiten die gesamte Sammlung der Schenkung von Zeineb und Jean-Pierre Marcie Rivière, die im Laufe von 2010 vereinbart wurde und deren Nutznießung mit dem Tod von Jean-Pierre Marcie-Rivière am 6. Januar 2016 wegfiel. Diese Zuwendung ist ein wichtiges Ereignis in der Geschichte der öffentlichen Sammlungen in Frankreich, das mit den Feierlichkeiten zum 30-jährigen Jubiläum der Museumseröffnung zusammenfällt.

Die Schenkung umfasst 25 Gemälde und 94 Zeichnungen von Bonnard sowie 24 Gemälde, 3 Pastelle und 2 Zeichnungen von Vuillard. Die Sammlung wurde in den 1960er Jahren von André Levy-Despas, dem ersten Ehemann von Zeineb Kebaïli, begonnen und danach 40 Jahre lang von Zeineb und Jean-Pierre Marcie-Rivière erweitert.
Sie ist Ausdruck einer Sensibilität gegenüber persönlich-vertrauten Motiven und rätselhaften Kompositionen, die manchmal bis hin zu Hermetismus und Karikatur gehen. Musikalische Abende, spontane Portraits, Innenräume mit Figuren und Stadtszenen zeugen von der Wahlverwandtschaft zwischen Bonnard und Vuillard zur Zeit der Nabis.
Gemälde aus der reifen Schaffensperiode beider Künstler ergänzen diese Sammlung von Kunstwerken, die in den 1890er Jahren geschaffen wurden.
<br /Die Gemälde der Skenkung werden aktuell in Raum 9, Level 0.
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Die dekorativen Künste im Zweiten Kaiserreich

Die dekorativen Künste im Zweiten Kaiserreich© Musée d'Orsay / Sophie Crépy
Die dekorativen Künste des zweiten Kaiserreichs werden im Rahmen einer neuen Präsentation in den Sälen 22 und 23 im Erdgeschoss in Szene gesetzt.

Im Rahmen einer opulenten Inszenierung zeugen Möbel, Vasen und andere Zierobjekte von der Pracht und dem Erfindungsgeist, die diese Epoche prägten. Einige Gemälde - offizielle Portraits oder Innenraumdarstellungen aus der damaligen Zeit - ergänzen die Ausstellung.

Der Höhepunkt ist das majestätische Weihwasserbecken aus Kristall - ein Geschenk der Kristallmanufaktur von Lyon an die Kaiserin Eugenie anlässlich der Universalausstellung von 1867 - das in einer eigens gestalteten Spiegelvitrine mit tausend Lichtern funkelt und glitzert. Das Publikum des Musée d'Orsay konnte dieses monumentale Objekt anlässlich der Ausstellung Spektakuläres Zweites Kaiserreich entdecken. Es ist Teil des außerordentlichen Depositums, das die staatliche Dienststelle Mobilier National dem Musée d'Orsay bewilligt hat.

Der Stil des Zweiten Kaiserreichs zeichnet sich durch den Eklektizismus seiner künstlerischen Inspirationsquellen aus, die von der Antike über die Renaissance bis zum 18. Jahrhundert reichen. Diese Vielfalt zeigt sich in den Innenräumen der Aristokratie und des triumphierenden Großbürgertums, das durch Handel, Industrie und Bankwesen zu Vermögen gekommen ist. Mobiliar und Innendekoration erleben eine Blütezeit als Widerhall auf den wirtschaftlichen Optimismus der Regentschaft von Napoleon III., der in Paris im Zuge der Politik zur Urbanisierung der Hauptstadt unter Baron Haussmann herrscht.

Die dekorativen Künste im Zweiten Kaiserreich© Musée d'Orsay / Sophie Crépy
Die technischen Fortschritte und die Überlegenheit der industriellen Künste offenbaren sich eindeutig anlässlich der Universalausstellungen, bei denen die Nationen an Einfallsreichtum und Luxus wetteifern. Der Vorrangstellung, die Frankreich im Bereich der dekorativen Küste innehat, beschert dem Land einen herausragenden Ruf. Auf staatlicher Ebene bleiben die Erzeugnisse der Manufaktur von Sèvres die besten Aushängeschilder des Landes. Sie dienen regelmäßig als diplomatische Geschenke und tragen zur Entstehung der Legende der "Fête Impériale" bei.

Das Musée d'Orsay bedankt sich bei der staatlichen Dienststelle Mobilier National für die Hinterlegung einer außergewöhnlichen Sammlung von Vasen im Rahmen der Neueröffnung der Säle über die dekorativen Künste im Zweiten Kaiserreich.

Die dekorativen Künste im Zweiten Kaiserreich© Musée d'Orsay / Sophie Boegly-Crépy

Die Malerei im Salon de Paris

Henri GervexSchiedsgericht© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / DR
Galerie Seine
Der Salon de Paris (dt. Pariser Salon) wurde 1699 initiiert und ist in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Mittelpunkt des Kunstbetriebs und ein wesentliches gesellschaftliches Ereignis, das es den Künstlern ermöglicht, sich einen Namen zu machen. Eine Sitzung der Jury für Malerei von Gervex zeigt die Bedeutung dieses Ereignisses und die Reaktionen der preisverleihenden Jurymitglieder oder der Pressekritiker. Die Sammlungen des Musée d'Orsay spiegeln den offiziellen Kunstgeschmack wider dank zahlreicher Gemälde, die vom Staat nach dem Salon für das Musée du Luxembourg erworben wurden, das der damaligen zeitgenössischen Kunst gewidmet war.

Der Salon galt lange als Aushängeschild des Akademismus – in Wirklichkeit ermöglichte er jedoch die Gegenüberstellung verschiedener experimenteller Kunstrichtungen. Die Künstler übernehmen Themen aus der Antike oder der Bibel und erneuern die traditionellen Formen durch Stil und Komposition, wie z.B. Elie Delaunay, während andere sich an literarischen Thematiken oder prägenden staatsgeschichtlichen Ereignissen inspirieren, wie Jean-Paul Laurens. Diese Gemälde bringen die Innovationen der Avantgarde-Strömungen zum Ausdruck und kündigen durch ihre szenische Darstellung bereits das Kino im Jahrhundert danach an.

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