Musée d'Orsay: Politik der Restaurierung des Etablissement public des musés d'Orsay et de l'Orangerie

Politik der Restaurierung des Etablissement public des musés d'Orsay et de l'Orangerie

Die Politik zur präventiven Erhaltung des Musée d'Orsay und des Musée de l'Orangerie, die seit 2009 umgesetzt wird, koordiniert die Restaurierungsteams von der Phase der Untersuchung der Werke bis zur Restaurierung und umfasst aktive Initiativen zur Anbringung von Schutzvorrichtungen an der Vorderseite der Gemälde. Somit sollen die vorteilhaften Auswirkungen der Restaurierung verlängert und die Werke vor mechanischen Einwirkungen geschützt werden.
Dazu gehören ebenfalls die Planung der grundlegenden Restaurierungen und die Durchführung wissenschaftlicher Untersuchungen.

Diese Strategie in Bezug auf das Kulturerbe basiert auf mehreren Schwerpunkten:

 

Die präventive Konservierung

Zustandsanalyse eines Werks vor Aufhängung© Musée d'Orsay / DR
Zustandserhebungen
Durch die Zustandserhebungen kann der Umfang der Restaurierung von Trägerstruktur und Malschicht, der für die angemessene Konservierung der Werke erforderlich ist, eingeschätzt werden.
Sie werden je nach Ausstellungen in den Sälen, Hinterlegungen, endgültigen Rücksendungen aus Hinterlegungen, Neuerwerben oder Leihgaben an befristete und internationale Ausstellungen, die vom Musée d'Orsay organisiert werden, durchgeführt.

Zustandserhebungen werden ebenfalls zum Zeitpunkt des Auf- und Abbaus von befristeten Ausstellungen an Werken vorgenommen, die dem Musée d'Orsay und dem Musée de l'Orangerie geliehen werden.

Anbringung des Rückseitenschutzes aus Polycarbonat© Musée d'Orsay / Sophie Crépy
Die durchgeführten Untersuchungen infolge eines Vorfalls im Museumssaal (Sturz eines Besuchers oder sonstiges) zeigen die Relevanz eines Vorderseitenschutzes der Werke.

Vorderseitenschutz der Werke
Zwischen 2009 und 2015 wurden 766 Gemälde durch Puffer- oder Klimakisten geschützt. Diese Politik wird bis heute fortgeführt.
Die Auswahl der geschützten Werke erfolgt je nach den Leihgaben, die Museen oder Institutionen bewilligt wurden, den Präsentationen im Museum oder den vom Musée d'Orsay extra muros organisierten Ausstellungen.

Die Sammlung Walter-Guillaume im Musée de l'Orangerie war 2015 ebenfalls Gegenstand einer Kampagne zur Harmonisierung aller Gemälde-Aufhängesysteme der Sammlung.

 

Die laufenden Restaurierungen

Die Planung der Restaurierungen erfolgt je nach Leihgaben, Hinterlegungen, Neuakquisitionen, Präsentationen in den Museumssälen und den in den Zustandserhebungen vermerkten Empfehlungen.
Bei den Gemälden wird zwischen zwei Arten von Restaurierung unterschieden: die laufenden Restaurierungen und die grundlegenden Restaurierungen, die einem spezifischen Protokoll unterliegen.

Die laufenden Restaurierungen (Pflege und halb-grundlegende Restaurierungen) werden im Restaurierungsbereich des Musée d'Orsay nach einer monatlich erstellten Planung vorgenommen.
Sie können die Trägerstruktur (d.h. die Leinwand, auf der das Werk gemalt ist) und/oder die Malschicht betreffen.

Entstaubungen der Gemälde und Rahmen, Skulpturen und Objekte (Möbelstücke, Vasen...) finden jeden Montag in den Sälen statt.

Entstaubung der Seerosen von Monet im Musée de l'Orangerie© DR
Für das Musée de l'Orangerie stellt die Entstaubung aufgrund der Beschaffenheit des Bodens im Jardin des Tuileries eine besondere Herausforderungen dar. Neben der regelmäßigen Entstaubung der Werke wurde 2015 der Eingangsbereich des Museums ebenfalls mit Teppichen ausgelegt, um einen Teil des Staubs von den Schuhen der Besucher zu entfernen.
Eine Verringerung des Staubaufkommens im Inneren des Gebäudes konnte festgestellt werden, aber die Überlegungen werden fortgeführt, um geeignete Lösungen zur Eindämmung dieses Phänomens zu finden.

Die Problematik ist umso dringlicher aufgrund der Beschaffenheit der Technik, die von Monet für seine Seerosen verwendet wurde. In der Tat zeichnen sich die großen Seerosen - auf Wunsch des Malers - durch die technische Besonderheit eines Verzichts auf Firnis aus. Diese Singularität schafft das so besondere und vom Maler beabsichtigte Ergebnis, allerdings ist die Malschicht besonders anfällig gegenüber Staub.
Es ist somit erforderlich, diese empfindlichen Werke regelmäßig zu entstauben. Eine solche Aktion fand zuletzt 2015 statt.

Die grundlegenden Restaurierungen

Restaurierung einer der "Cathédrales de Rouen" [Kathedralen von Rouen] von Claude Monet im C2RMF.© Musée d'Orsay / Sophie Crépy
Die grundlegenden Restaurationen (Intervention unter dem Firnis) erfolgen in den Werkstätten des Centre de recherche et de restauration des musées de France (C2RMF) (dt. Zentrum für Forschung und Restaurierung der Museen in Frankreich) im Flora-Pavillon des Louvre-Museums oder in Versailles, je nach Format und Status des Gemäldes (die als Depositum gelagerten Werke werden generell in Versailles restauriert).
Diese Verfahren werden gemeinsam mit dem C2RMF durchgeführt und rückverfolgt für die Erstellung wissenschaftlicher Bildakten, Laboranalysen und die grundlegenden Restaurierungen.

Im Rahmen seiner Politik zur Restaurierung der Gemälde vor Publikum die 2014 initiiert wurde, hat das Musée d'Orsay nach 18-monatigen Studien und Vorabanalysen eine Restaurierung der Malschicht von Das Atelier des Malers von Courbet durchgeführt. Darauf folgten Interventionen an Die Reue von Baader und Die gallischen Frauen von Glaize.
Nächstens ist die öffentliche Restaurierung von Angriff der französischen Artillerie von Schreyer geplant.

Diese Restaurierungen, die durch ein außerordentliches Sponsoring finanziert werden, ermöglichen es, die emblematischen Werke der akademischen Kollektionen des Musée d'Orsay zu entdecken.

 

Die wissenschaftlichen Untersuchungen

Detail der Röntgenaufnahme von "L'Atelier du peintre" von Courbet© C2RMF
Im Vorfeld der grundlegenden Restaurierungen wird gewöhnlich vom Labor des C2RMF eine wissenschaftliche Bildakte erstellt.
Hierfür werden verschiedene Untersuchungen und wissenschaftliche Analysen durchgeführt: Infrarotreflektografie, Röntgenaufnahmen, Firnisproben und -analysen...

Anhand der Ergebnisse kann das Restaurierungsprotokoll bestimmt werden, das für die analysierten Werke angewendet wird, sie können allerdings ebenfalls wertvolle Informationen für die Kenntnis und das Verständnis der Werke liefern, z.B. dank der Entdeckung von Pentimenti oder Reuestrichen, der Positionierung von übermalten ersten Kompositionen oder vorbereitenden Skizzen.

Die Restaurierungen der vergoldeten Holzrahmen

Neben Schutz und Restaurierung der Werke ist es ebenfalls wichtig, den guten Konservierungszustand und die ästhetische Qualität der Rahmenelemente sicherzustellen.
Hierfür wird die Restaurierung der Originalrahmen aus vergoldetem Holz einem externen Dienstleister anvertraut.

 

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