Musée d'Orsay: Restaurierung von "Les Femmes gauloises"

Restaurierung von "Les Femmes gauloises"

Zur Feier seines 30-jährigen Bestehens unternimmt das Musée d'Orsay die Restaurierung mehrerer Werke seiner Sammlungen, für die seit der Museumseröffnung im Jahr 1986 kein Platz in den Museumssälen gefunden wurde. Diese Restaurierungen erfolgen im Rahmen der Politik zur präventiven Erhaltung der Werke - eine der Hauptaufgaben des Museums.
Dies gilt insbesondere für einige akademische Gemälde in großem und mittelgroßem Format, die das Publikum während ihrer Restaurierung oder anlässlich ihrer Ausstellung in den renovierten Sälen ab 2018 entdecken kann.

Restaurierung von "Die gallischen Frauen" (1851) von Auguste Glaize


Die gallischen Frauen: das Kapitel der römischen Invasion wurde im Salon von 1852 ausgestellt, wo das Gemälde in der Höhe wie ein Sakralgemälde präsentiert wurde.
Es wurde vom Staat in Form einer Bestellung am 4. Januar 1853 für den Betrag von 6.000 Francs gekauft und darauf als Depositum an das Rathausmuseum der Stadt Autun geschickt.
Im Jahr 1982 übernahm das Musée d'Orsay das Werk, das jedoch aufgrund seines schlechten Erhaltungszustandes - das Gemälde war eingerollt im Dachboden des Museums aufbewahrt worden - nicht in den Sälen ausgestellt werden konnte.
Siehe Kommentar zum Werk.

Die Restaurierung im Jahr 2016 sicherte die Rettung eines Kulturguts. Hiermit kann ein unbekanntes Gemälde entdeckt werden, bei dem es sich allerdings um ein emblematisches Zeugnis für das Interesse von Napoleon III. für die Geschichte der nationalen Ursprünge Frankreichs handelt.

Auguste GlaizeDie gallischen Frauen: Episode der römischen Invasion© Musée d'Orsay, Dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt

Die Bedeutung der Restaurierung

Dieses außergewöhnliche Gemälde wurde mit der Zeit praktisch unlesbar, denn seine Originalfarben waren von den dicken Firnisschichten aus dem 19. Jahrhundert überdeckt. Mit der Zeit vergilbten die Glasuren oder verdunkelten - daher der wenig ästhetische Anblick des Gemäldes, so wie man es heute auf Fotos sieht, denn alle Farben verschmelzen zu einer sepiafarbenen, braunen und gelblichen Mischung.

Auguste Glaize Die gallischen Frauen (Vorbereitungsversion)© DR
Allerdings wird die Restauration im Kontrast dazu umso spektakulärer sein, denn sie soll jede Farbnuance in ihrer ursprünglichen Leuchtkraft hervorbringen: die Figuren, ihre Gestik und Mimik, die Faltenwürfe, Inkarnate, Weißnuancen, der Himmel oder die Landschaft von Gergovia und der Schauplatz der Schlacht im Hintergrund des Gemäldes werden wieder voll zutage treten.

Anhand einer kleinen Vorbereitungsstudie, die im Museum von Autun aufbewahrt wurde, kann man sich im Voraus eine Vorstellung der Farben im Leinwandformat nach der Restauration machen.

Die Phasen der Restaurierung

Es geht um die Restaurierung der Trägerstruktur als auch der Malschicht des Werks sowie den Erwerb eines geeigneten Rahmens.

- Strukturelle Reparatur des Gemäldes, mit Korrektur der Verformungen und Risse.
Die Bearbeitung der Risse erfordert eine Abnahme der Leinwand und die Korrektur der Spannung am Rahmen.

- Grundlegende Restaurierung der Malschicht des Gemäldes

- Herstellung eines neuen Rahmens mit profilierter Stuckverzierung aus Virginia-Tulpenbaumholz oder bearbeitetem und sepiafarben/schwarz lackiertem Ayousholz.

Die Präsentation (nach der Restauration) dieses spektakulären Gemäldes im Saal der großformatigen Werke wird die Präsenz der um 1850 gemalten Werke verstärken. Dadurch soll die Bedeutung der historischen Malerei verdeutlicht werden, u.a. in Hinsicht auf ihre Instrumentalisierung für die Bildung einer nationalen Identität.

 

Diese Initiative wird vom Hauptsponsor des Musée d'Orsay Crédit Agricole d'Ile-de-France Mécénat unterstützt.

Der verglaste Bereich wurde realisiert mit der großzügigen Unterstützung von:

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