Musée d'Orsay: Jean-Camille Formigé Gestaltungsprojet für den Hügel Butte Montmartre

Jean-Camille Formigé
Gestaltungsprojet für den Hügel Butte Montmartre

Gestaltungsprojet für den Hügel Butte Montmartre, Vogelperspektive
Jean-Camille Formigé (1845-1926)
Gestaltungsprojet für den Hügel Butte Montmartre, Vogelperspektive
1922
Zeichnung mit Tinte, Aquarell und Gouache-Erhöhungen
H. 37,2; B. 45 cm
© Musée d'Orsay, Dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt


Gestaltungsprojet für den Hügel Butte Montmartre, Vogelperspektive

Gestaltungsprojet für den Hügel Butte Montmartre, Vogelperspektive


1884 wurde Jean-Camille Formigé zum Architecte des Promenades et Plantations de la Ville de Paris ernannt. Er entwarf Grünanlagen und Springbrunnen sowie einige größere Projekte wie 1922 dieser Entwurf für die Butte-Montmartre.

Der Bau der Kirche Sacré-Coeur, die zu einem nationalen Projekt erklärt wurde, wurde durch ein im Juli 1873 erlassenes Gesetz als gemeinnützig anerkannt. Dies war nach dem 1871 beendeten Deutsch-Französischen Krieg sowie nach den revolutionären Kämpfen der Kommune von Paris, die am Montmartre ihren Anfang nahmen, eine sehr symbolträchtige Entscheidung.
Es musste auch die Umgebung angelegt werden und eine Parkanlage entworfen werden. Die Bauarbeiten begannen 1880 unter der Leitung von Adolphe Alphand. Infolge des lehmigen Untergrunds dauerte der Bau länger als geplant. Formigé übernimmt ab 1898 die Bauleitung.

Seine monumentale Parkanlage soll zwischen dem Vorplatz von Sacré-Cœur und der Place Saint-Pierre am Fuß des Hügels liegen.
Er entwirft einen Treppenaufgang in Serpentinen und leicht abfallende Beete, die Anlage zieren auch mehrere Springbrunnen, die leicht durch das in der Nähe befindliche Reservoir von Montmartre gespeist werden konnten.

Aufgrund des starken Gefälles des Standorts und aufgrund der morphologischen Struktur des Grundstücks, auf dem mehrere Wohnhäuser standen und das im Verhältnis zur Kirche achsenverschoben war, beschließt der Architekt, die Anlage neu zu gestalten und die Kirche Sacré-Coeur als Monumentalskulptur zu präsentieren. Den Rahmen der Grünanlage bilden die Treppen und der zentrale Springbrunnen, dem eine Terrasse vorgelagert ist, die eine wunderbare Aussicht auf die Stadt bietet. Den Mittelpunkt der Hauptachse bildet eine Reiterstatue auf der ersten Terrasse.

Als Vorbild für die geschwungenen architektonischen Formen, die Gesichtsurnen, die die Pilaster bekrönen, die steinernen Balustraden, die Skulpturen, die die Springbrunnen und Nischen schmücken, dient Formigé der italienische Barock. Er folgt der hausmann’schen Tradition und macht den urbanen Raum zur Bühne. Die Einweihung der Anlage findet 1927 statt, ein Jahr nach dem Tod des Architekten, die Arbeiten werden jedoch erst 1932 endgültig abgeschlossen.




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