Musée d'Orsay: Gustave Le Gray Brick

Gustave Le Gray
Brick

Brigg (Brigg im Mondschein)
Gustave Le Gray (1820-1884)
Brigg (Brigg im Mondschein)
Um 1856
Albuminpapierabzug von nassbeschichtetem Glasnegativ
H. 32,20; B. 40 cm
© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt

Brick, auch genannt Brick im Mondlicht


Die Studien von Marville und dem berühmten Brick von Le Gray (präsentiert im Vorjahr in London) wurden anlässlich derselben Ausstellungen gezeigt, die zu beiden Seiten des Ärmelkanals im Jahr 1857 die Welt der Fotografie fesselten. Sie zeugen von zwei verschiedenen Möglichkeiten, ein und dieselbe Schwierigkeit - die Wiedergabe des Himmels in der Fotografie - durch Ausschöpfung neuer Möglichkeiten zu bewältigen, die durch das Kollodium-Verfahren geboten wurden.

Als einer der Erfinder, außergewöhnlicher Techniker und sehr aktiver Pädagoge musste Le Gray seinen Druck nur mit dem Untertitel Meeresszene mit gleichzeitig aufgenommenen Wolken versehen, um für Aufsehen und sogar Ungläubigkeit zu sorgen. Abgesehen von der technischen Meisterleistung und der Behauptung, anhand einer einzigen Bildaufnahme erhalten worden zu sein, beeindruckt diese 1856 an der normannischen Küste realisierte Meeresszene durch die Ausdruckskraft eines großformatigen fotografischen Gemäldes. Der Autor, Schüler des Malers Delaroche, ist von der Bildtradition durchdrungen, die er mit einer Sensibilität interpretiert, die jener von Courbet nahekommt (breite Einrahmung, radikale Frontalität, Betonung der Horizontlinie...).

Diese Gemeinschaft ein- und derselben Vision wird im Übrigen durch die spektakuläre Reihe Wellen bestätigt, die im darauf folgenden Jahr an der Mittelmeerküste verewigt wird: Bedingt durch die Flüchtigkeit des Motivs erfolgt die Suche nach dem "Erhabenen der Kunst" über die Kombination von zwei komplementären Negativen beim Abzug: eines für das Meer, eines für den Himmel.




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