Musée d'Orsay: Andre-Adolphe-Eugene Disderi Die Marquise de Jalar

Andre-Adolphe-Eugene Disderi
Die Marquise de Jalar

Marquise de Jalar en pied, en huit poses
André-Adolphe-Eugène Disdéri (1819-1889)
Marquise de Jalar en pied, en huit poses
1860
Epreuve sur papier albuminé d'après un négatif sur verre au collodion
H. 20 ; L. 23,3 cm

Die Marquise de Jalar in voller Größe und acht Posen


Die junge Marquise de Jalar begibt sich ins Studio von Disderi am Boulevard des Italiens. Seit 1858 empfängt der Fotograf an diesem eigens für eine wohlhabende Kundschaft prachtvoll ausgestatteten Ort die hohe Gesellschaft des Zweiten Kaiserreichs. "Herr Disderi hatte ein großes Projekt: Er wollte ein Etablissement schaffen, das mit den riesigen Studios in London rivalisieren konnte" (E. Lacan, La Lumière, 1854).

Seinen sozialen Status offen zeigen und sein Bild (ein ganzfigürliches Portrait) dank dem Visitenkarten-Portrait (Druck auf Albuminpapier, auf Karton aufgeklebt) verbreiten: Diese Erfindung, die eine Reihe von Aufnahmen anhand eines einzigen Negativs ermöglicht, verzeichnet einen beachtlichen Erfolg. Diese "Portrait-Manie" dauert bis Mitte der 1860er Jahre und wird dann von der Album-Karte eines größeren Formats abgelöst.

Es handelt sich auch um das Symptom einer urbanen Gesellschaft, in der man auf den Boulevards flaniert und das äußere Erscheinungsbild eine zentrale Rolle spielt. Es besteht keine Zweifel, dass der Fotograf die junge Frau mit sanftmütig-selbstbewusster Ausstrahlung dazu auffordert, ein Lächeln anzudeuten, mehrere vorteilhafte Posen einzunehmen, um die Wirkung, die Stoffe und die Bewegung des Kleides vorteilhaft in Szene zu setzen.

Der Erwerb eines Teils des Bestands des Ateliers Disderi durch das Musée d'Orsay ermöglicht es, die vollständige Fotoplatte vor Schnitt und individueller Montage jeder einzelnen Aufnahme zu zeigen.




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