Musée d'Orsay: Alfred Stieglitz Equivalent

Alfred Stieglitz
Equivalent

Equivalent
Alfred Stieglitz (1864-1946)
Equivalent
1925
Epreuve au gélatino-bromure d'argent
H. 11,6 ; L. 8,6 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Equivalent


Dieser Schnitt in die unendliche Kontinuität des wolkigen Himmels, dessen Sichtfeld mit subtilen Graunuancen zwischen dunklen und hellen Massen aufgeteilt ist, wurde von Stieglitz 1925 mit einer auf das Firmament gerichteten Graflex-Fotokamera in seiner Sommerresidenz in Lake George (New York) realisiert.

Dieses vertikale kleinformatige Bild weist keinerlei Bezugspunkt zur Erde auf und kann in beliebiger Richtung betrachtet werden. Es bietet weder Orientierung noch Verankerung im Raum. Es gehört zu einer Reihe von Wolkenstudien, die er 1922 begonnen und bis zu Beginn des darauffolgenden Jahrzehnts weitergeführt hat. Das Thema wurde darauf ein zentrales Anliegen für diesen Pionier der Fotografie.

Nachdem er seine erste Aufnahmeserie "Music - A Sequence of Ten Cloud Photographs" benannt hatte, im Versuch, Verbindungen zur Musik herzustellen, bezeichnet Stieglitz mehrere hundert im Anschluss geschaffenen Studien nacheinander als Songs of the Sky und dann Equivalents, in der Sicherheit, dass ihr tiefer Sinn die Transkription ihres sichtbaren Subjekts übersteigt.

Als Äquivalenten seiner Emotionen, "des Chaos der Welt und seiner Beziehung zu diesem Chaos", stellen diese Wolkenfragmente, aufgenommen durch die Linse des Fotografen, eine meisterhafte metaphysische Erforschung sowie ein radikales ästhetisches Experiment dar.