Musée d'Orsay: Julia Margaret Cameron Mrs. Herbert Duckworth

Julia Margaret Cameron
Mrs. Herbert Duckworth

Frau Herbert Duckworth, genannt Julia Jackson, die Mutter von Virginia Woolf
Julia Margaret Cameron (1815-1879)
Frau Herbert Duckworth, genannt Julia Jackson, die Mutter von Virginia Woolf
1872
Kohleabzug von Kollodium-Nassplatte
H. 39,8; B. 25,5 cm
© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt

Mrs. Herbert Duckworth


Als überaus kultivierte Freundin zahlreicher Persönlichkeiten der englischen Intellektuellenschicht stellte Julia Cameron sehr rasch die Originalität ihres Talents beim Portraitieren berühmter Persönlichkeiten ihrer Zeit unter Beweis. Ihre Portraits zeichneten sich durch eine sehr persönliche Ästhetik aus, die ihr sowohl großes Lob als auch Spott einbrachte (Ausdruckskraft der Unschärfe, Nahaufnahmen, großes Format, um die Gesichter in naturgetreuem Format darzustellen...).

Julia Duckworth, geborene Jackson, wird unaufhörlich von der Künstlerin, deren Nichte und Patenkind sie ist, fotografiert und ist eine der seltenen Frauen, die das Privileg hatten, vor dem Objektiv sie selbst zu sein, während die meisten weiblichen Modelle aufgefordert wurden, ihre Züge biblischen, mythologischen oder literarischen Figuren zu leihen.

Dieses Portrait ist eine Hommage an die reine Schönheit und durchdringende Intelligenz jener Frau, die im Übrigen für zahlreiche Maler, darunter Watts und Burne-Jones, posiert hat. Es ist aber auch das Bild einer jungen 27-jährigen Witwe, hier fotografiert einige Jahre vor einer neuen ehelichen Verbindung, aus der die Schriftstellerin Virginia Woolf und die Malerin Vanessa Bell hervorgehen sollten.

Es gehört zur Serie der von Julia Cameron ausgewählten Bilder, die nach dem Kohleverfahren vervielfältigt wurden. Dieses photographische Verfahren sicherte durch seine Beständigkeit gegen äußere Einflüsse die Erhaltung und Verbreitung jener Arbeiten, welche die Fotografin als Glanzstücke ihres Lebenswerks betrachtete.




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