Musée d'Orsay: Henry Peach Robinson She never told her Love

Henry Peach Robinson
She never told her Love

"She never Told her Love"
Henry Peach Robinson (1830-1901)
"She never Told her Love"
1857
Albuminabzug von nassbeschichtetem Kollodium-Glasnegativ
H. 18; B. 24,1 cm
© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt

She never told her Love


Miss Cindall, eines der späteren Lieblingsmodelle Robinsons in seinen fotografischen Inszenierungen, verleiht hier ihre grazilen Zügen der Figur eines jungen sterbenden Mädchens. Dieses verzehrt sich in einer uneingestandenen Liebe, wie es der Vers unter dem Druck erklärt, der aus Shakespears' Twelfth Night, or What You Will stammt: "She never told her Love."

Dieses Werk ist eine der Vorstudien zur meisterhaften Komposition Fading Away, die von Robinson nach der Technik des combination printing (dt. Kompositionsfotografie), die er bei Rejlander erlernt hatte, realisiert wurde. Fünf verschiedene Negative wurden zu einem Bild zusammengesetzt, das diese jungfräuliche Schönheit, die an Tuberkulose, einer ansteckenden und damals unheilbaren Krankheit leidet, diesmal von ihrer Familie umgeben auf dem Totenbett zeigt.

Die zwei Bilder werden gemeinsam 1858 bei der Fotografie-Ausstellung im Crystal Palace gezeigt und verhelfen dem Autor zu Bekanntheit, wobei sowohl die technische Leistung als auch der künstlerische Ehrgeiz, der dem Werk zugrunde liegen, gewürdigt werden.

Auf diese Weise zusammengefügt schaffen sie eine narrative Sequenz (jedes Element liefert den Schlüssel zum Verständnis des anderen) und lassen das viktorianische Publikum erahnen, inwiefern das angedeutete Leiden der Sterbenden sowohl moralisch wie auch physisch ist. In diesem Sinne stellt der Tod die verlorene Unschuld wieder her.




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