Musée d'Orsay: Oscar Gustav Rejlander The First Negative

Oscar Gustav Rejlander
The First Negative

The First Negative [Le premier négatif]
Oscar Gustav Rejlander (1813-1875)
The First Negative [Le premier négatif]
1857
Epreuve sur papier salé albuminisé à partir d'un négatif sur verre au collodion humide
H. 29 ; L. 15 cm
© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt

The First Negative


Rejlander, ein schwedischer Maler und Fotograf, der in England lebte, feiert seinen ersten Erfolg 1857 mit dem skandalumwobenen The Two Ways of Life, , einer majestätischen allegorischen Studie, deren Komposition sich die große Malkunst zum Vorbild nimmt. Im selben Jahr realisiert er diese Szene, die sich auf die Quellen der Kunstgeschichte beruft.

Plinius der Ältere erzählt die gemeinsame Erfindung von Malerei und Bildhauerei: Um ihren Liebhaber, der ins Ausland aufbricht, in Erinnerung zu behalten, skizziert die Tochter des korinthischen Töpfers Butades den Schatten des geliebten Gesichtes auf die Wand. Die Maler hatten diese Episode ab dem 18. Jahrhundert neu interpretiert, um sich darin mit der Entstehung ihrer Kunst auseinander zu setzen. Basierend auf dem Bildmodell und indem er den britischen Tragiker John Coleman posieren lässt, verfolgt Rejlander das Ziel, der Fotografie als Kunstdisziplin Anerkennung zu verschaffen.

Indem er dem ersten Negativ denselben Ursprung zuschreibt, erhebt er somit die Fotografie in den Rang der hohen Künste - im Sinne des Projekts, das von der High Art Society, zu deren Leitfiguren er gehört, getragen wird. Indem er die Kunst, Schatten zu fixieren, als Ausgangspunkt des fotografischen Akts bestimmt, weiß er sicherlich, dass skiagraphy der Name ist, den William Herny Fox Talbot jenem fotografischen Verfahren gegeben hat, das es ihm ermöglichte, ab 1835 sein erstes Negativ zu erhalten.




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