Musée d'Orsay: Jozsef Rippl-Ronai Marschierende französische Soldaten

Jozsef Rippl-Ronai
Marschierende französische Soldaten

Französische Soldaten beim Marschieren
Jozsef Rippl-Ronai (1861-1927)
Französische Soldaten beim Marschieren
1914
Öl auf Karton
H. 70; B. 97 cm
© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt

Marschierende französische Soldaten


Marschierende französische Soldaten nimmt eine einzigartige Stellung im Werk des Künstlers ein: Sowohl das Sujet als der Aufbau unterscheiden sich von den Bildern, die in seinem ungarischen Haus in Kaposvár entstanden sind.

1914 hält sich Rippl-Rónai, der schon seit mehreren Jahren in seinem Heimatland lebt, in Frankreich auf. Die Nachricht vom Kriegseintritt erfährt die Familie während ihres Aufenthalts in Issy-L'Évêque. Rippl-Rónai wird wie die meisten Ausländer, die zum Zeitpunkt der Mobilisierung in Frankreich leben, verdächtigt, ein Spion der Doppelmonarchie zu sein, und bald mit seiner Familie in einem Lager in der Gegend von Mâcon interniert. Dort malt der Künstler eine Reihe von Porträts und Ansichten der kriegerischen Gefechte.

Marschierende französische Soldaten ist das vollendetste Gemälde dieses Ensembles. Rippl-Rónai zeigt die vibrierende Atmosphäre der erregten Menge, die die Mobilisierung kaum erwarten kann.

Durch den Fries im Vordergrund, der durch die großen vertikalen Figuren ‒ Soldaten und Passanten ‒ gegliedert wird, deutet der Maler die Tiefe an, während der obere, von Reihen kleinerer Soldaten besetzte Streifen durch die Wiederholung des Motivs und die Konturen nahezu wie eine Ornamentik anmutet.




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