Musée d'Orsay: Lars Kinsarvik Schrank

Lars Kinsarvik
Schrank

Cabinet
Lars Kinsarvik (1846-1925)
Cabinet
Vers 1900
Bois sculpté et peint
H. 200 ; L. 123 ; P. 57 cm
© Bruun Rasmussen Auctioneer

Schrank


Kinsarvik ist einer der wichtigsten norwegischen Vertreter der Erneuerung der dekorativen Künste um 1900. Dieser Spezialist für Holzschnitzerei beteiligt sich ab den 1880er Jahren an der Definition eines nationalen und typisch norwegischen Stils, der als "Drachenstil" oder "Wikinger-Stil" bezeichnet wird.
Diese Kunstrichtung knüpft an die lokale mittelalterliche Kunst, Dekore alter Kirchen und die vorchristliche Ikonografie an. Am Ende des 19. Jahrhunderts versucht Norwegen, sich von der schwedischen Schirmherrschaft zu befreien. Somit offenbart sich in der Entwicklung eines nationalen Kunststils ebenfalls ein gewisses politisches Engagement, und das Museum für dekorative Kunst, das 1876 gegründet wurde, spielt somit eine wichtige Rolle bei dessen Verbreitung.

Kinsarvik lehrt seinerseits die Holzschnitzerei in Hardanger und an der Akademie für angewandte Künste in Oslo. Zudem ist er der Chefredakteur von Gamall norsk prydkunst, einer Zeitschrift für dekorative Kunst, die Verzeichnisse mit Motiven aus der norwegischen Tradition veröffentlicht.
Seine Arbeit erlangt internationale Bekanntheit, u. a. durch seine Teilnahme an den Universalausstellungen in Paris 1889 und 1900, als er Norwegen an der Seite einiger Landsmänner vertritt. Im Übrigen wird er auf der Ausstellung von 1900 mit der Bronzemedaille ausgezeichnet.

Die hier vorhandene Polychromie mit Blau- und Grüntönen, hervorgehoben durch orangefarbene Nuancen, ist charakteristisch für die Arbeit des Künstlers. Das geschnitzte und gemalte Dekor wird auf allen Oberflächen des Möbelstücks: umgesetzt. Zu sehen sind Drachen, Ornamente mythologischer Masken, norwegische Sagenfiguren sowie traditionell inspirierte geometrische Motive...
Durch die Pracht und Qualität der dekorativen Arbeiten ist dieser Schrank ein spektakuläres Beispiel für die norwegische Art Nouveau-Bewegung, die sich um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert entwickelte.




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