Musée d'Orsay: Zeichnen Hängungen

Zeichnen Hängungen

Zeichnungen von Rosa Bonheur

Säle 17 und 21 bis zum 9. Februar 2020

Bonheur Rosa (dit), Bonheur Marie Rosalie (1822-1899). Paris, musée d'Orsay, conservé au musée du Louvre. RF2739.
Rosa BonheurVierzehn Hirschstudien© Thierry Le Mage
Rosa Bonheur verkörpert ein Paradox: Sie gelangt schon zu Lebzeiten zu hoher Bekanntheit, genießt offizielle Anerkennung und wird von der Kaiserin Eugénie mit der Ehrenlegion ausgezeichnet. Während sie all dies mittels einer akademischen Kunst erreicht, steht ihre Lebensweise im Widerspruch zu den sozialen Konventionen ihrer Zeit.

Auf dem Höhepunkt ihrer Berühmtheit zieht sie sich auf ein großes Anwesen nach By zurück, einem Ort am Rande des Waldes von Fontainebleau. Hier lässt sie ein Atelier, Stallungen und Vogelhäuser errichten, wo sie nach Belieben ihre bevorzugten Modelle, die Tiere, malen kann. Sie lebt mit ihrer Lebensgefährtin Nathalie Micas zusammen und gründet "das Land der perfekten Freundschaft", eine Art künstlerisches Zusammenleben in Gruppen entsprechend dem Traum ihres Vaters, einem Anhänger des Saint-Simonismus.

Bonheur Rosa (dit), Bonheur Marie Rosalie (1822-1899). Paris, musée d'Orsay, conservé au musée du Louvre. RF2734.
Rosa Bonheur Die dicke Eiche© RMN-Grand Palais (musée d'Orsay) / Jean-Gilles Berizzi
Sie erkundet die bildende Kunst und schafft unerwartete Werke, die das etwas nüchterne Bild in Frage stellen, das ihre offiziellen Porträts vermitteln. Gemeinsam mit ihren Freunden zeichnet sie ebenfalls Karikaturen und Bilderrätsel. Die Tapferkeit ihrer Mutter, die infolge der Mühen, ihre Familie materiell zu erhalten, an Erschöpfung gestorben ist, prägt sie nachhaltig. Sie baut ein vollwertiges kommerzielles Unternehmen auf, und es gelingt ihr, trotz ihrer bescheidenen Herkunft sehr gut von ihrer Kunst zu leben. Zur damaligen Zeit stellte dies für eine Frau eine besondere Herausforderung dar.

Rosa Bonheur war von 1849 bis 1860 Direktorin der kaiserlichen Malschule, wo auch ihre Schwester Juliette lehrte. Sie sagte zu ihren Schülern: "Hütet euch davor, zu schnell den Pinsel in die Hand zu nehmen, übt zuerst mit dem Bleistift, meistert die Kunst der Zeichnung." Sie folgt diesem Prinzip bei ihrer Arbeit, indem sie ihre Gemälde mit zahlreichen Zeichnungen vorbereitet.

1853 stellt sie auf dem Salon das monumentale Gemälde Der Pferdemarkt (Öl auf Leinwand, 2,5 x 5 m), aus, das Ergebnis von 18-monatigen Vorstudien, für die sie auf den Viehmärkten als Mann verkleidet Pferde porträtierte.

Bonheur Rosa (dit), Bonheur Marie Rosalie (1822-1899). Paris, musée d'Orsay, conservé au musée du Louvre. RF2765-recto.
Rosa Bonheur Kämpfende Pferde© RMN-Grand Palais (musée d'Orsay) / Tony Querrec
Die Tiere sind ihr Lieblingsmotiv: Sie fertigt zahlreiche Tierporträts an, ohne jedes Pathos und in Anlehnung an moderne wissenschaftliche Entdeckungen. Mit Bleistift und Aquarell studiert sie die anatomischen Besonderheiten für spätere Malkompositionen.

Dass die ausgestellten Zeichnungen heute Teil der Nationalsammlungen sind, ist Anna Klumpke zu verdanken, einer US-amerikanischen Malerin, Freundin und Universalerbin von Rosa Bonheur: Beim Atelierverkauf der Künstlerin im Jahr 1900 in der Galerie Georges Petit, wo 2.200 Werke von Rosa Bonheur überall in der Welt verstreut wurden, kaufte sie mehr als 60 Werke, um sie dem französischen Staat zu schenken.


Zeichensatz vergrössern Den Zeichensatz verkleinern Drucken

Facebook
TwitterInstagramYouTube