Musée d'Orsay: Picasso / Manet : Frühstück im Grünen

Picasso / Manet : Frühstück im Grünen

ARCHIV
2008

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Pablo PicassoFrühstück im Grünen nach Manet, 13. März 1962© Succession Picasso 2008 - RMN-Grand Palais / Martine Beck-Copolla

1932 : Picasso-Manet

Um das Jahr 1932 schrieb Picasso schrieb auf die Rückseite eines Umschlags der Galerie Simon: „Wenn ich Frühstück im Grünenvon Manet sehe, dann weiß ich, dass mir noch sehr schmerzliche Erfahrungen bevorstehen.” Der Künstler machte nur sehr selten schriftliche Aussagen zu Malern oder ihren Werken. Die hier zitierte ist umso ungewöhnlicher, als sie ein ganz bestimmtes Gemälde betrifft; sie projiziert den Künstler in eine zwar ungewisse doch umrissene Zukunft.

Im Laufe seiner Karriere setzt sich Picasso mit Cranach, Poussin, Vélasquez, Rembrandt, David, Delacroix, Courbet auseinander. Doch seine Erfahrung mit Manets Gemälde ist tiefer und komplexer als jede andere.

1863: Manet, Frühstück im Grünen

Edouard Manet
 (1832-1883)
 Le déjeuner sur l'herbe [Frühstück im Grünen]
 1863
 Öl auf Leinwand
 H. 208; B. 264 m.
 Paris, Musée d'Orsay, Schenkung Etienne Moreau Nélaton, 1906
Edouard ManetFrühstück im Grünen© RMN -Grand Palais(Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski
Unter allen Werken, zu denen Picasso seine „Variationen” ausführte, ist ihm Frühstück im Grünen chronologisch am nächsten. Die Erinnerung an den Skandal, den das Gemälde auf dem Salon des Refusés 1863 auslöste, ist noch lebendig. Manet ist ein moderner „alter Meister”. Manets Moderne, seine, laut Georges Bataille, „Subversion” sind von größter Bedeutung für Picasso, der seit der Präsentation von Demoiselles d'Avignon Gegenstand heftiger Reaktionen ist.


Frühstück im Grünen entwickelt folgende Themen:

- Es verweist auf die alten Meister, Manet diente als Vorbild Tizians Ländliches Konzert (Musée du Louvre) und das Urteil des Paris, ein Kupferstich, den Marcantonio Raimondi nach Raffael anfertigte.


- Den Akt, „es scheint, dass ich einen Akt malen muss. Also werde ich ihnen einen Akt malen”, Manet Antonin Proust gegenüber erklärt.


- Das Sujet, Gegenstand allgemeiner Entrüstung, „unserer Ansicht nach kann es sich unmöglich um ein keusches Werk handeln, wenn man eine junge Frau, deren einzige Bekleidung aus den Schatten des Laubs besteht, in Gegenwart von Studenten mit Schirmmütze und Paletot im Wald darstellt” (Ernest Chesneau, zitiert von Françoise Cachin in Manet, RMN, 1983).


- Und die Freilichtmalerei: laut Emile Zola ein wirkliches Freilichtgemälde, „Was man in diesem Bild sehen muss, […] ist die luftige Weite, diese einfache und so treffende Darstellung der Natur...”.
Picasso widmet sich diesen Problemstellungen in vier verschiedenen Phasen.


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