Musée d'Orsay: Jean-Léon Gérôme (1824-1904)Die Geschichte wird zu neuem Leben erweckt

Jean-Léon Gérôme (1824-1904)
Die Geschichte wird zu neuem Leben erweckt

ARCHIV
2010

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Gemälde
Jean-Léon GérômeTeppichhändler in Kairo© Minneapolis Institute of Arts
Jean-Léon Gérôme gehört zu den bedeutendsten französischen Malern seiner Zeit. Im Laufe seiner langjährigen Karriere war er Gegenstand von Polemiken und scharfer Kritiken, da er sich für die im Niedergang befindliche akademische Malerei einsetzte und die Generation der Realisten und Impressionisten bekämpfte.

Gérôme übernahm jedoch nicht das Erbe seiner Vorgänger, er schuf völlig neuartige Bildwelten, die auf einer oftmals einzigartigen Ikonografie gründeten, deren Schwerpunkt das Sujet und fundierte narrative Elemente bildeten. Gérôme malte voller Hingabe die Geschichte und Geschichten. Er vermischte Valeurs und Gattungen auf seinen Bildern, deren Inhalt dem Betrachter noch immer Rätsel aufgibt. Er versteht es Bilder zu schaffen und mit geschickten Kunstgriffen den „Eindruck von Wirklichkeit” zu erwecken. Seine Arbeiten sind vollendet doch nicht vollkommen.



Gemälde
Jean-Léon GérômeDiogenes© The Walters Art Museum, Baltimore
Gérôme, ein recht ungewöhnlicher akademischer Maler, stellte die Geschichte von der Antike bis zu seiner Epoche dar und es gelang ihm dank seiner wirkungsvollen Bilder, den Betrachter zum Augenzeugen des Geschehens werden zu lassen.
Dies ist die erste monografische Ausstellung, die seit dem Tod des Künstlers 1904 in Paris ausgerichtet wird. Sie präsentiert das gesamte Spektrum seines malerischen, grafischen und bildhauerischen Werks vom Beginn seiner Karriere in den 1840er Jahren bis zu den letzten Jahren und hebt auch sein Interesse für die Fotografie hervor. Im Mittelpunkt dieser Schau steht nicht die Rehabilitierung des Künstlers, die Professor Gerald Ackermann zwischen 1970 bis 1980 mit seinen bahnbrechenden Werken betrieben hat, sondern die paradoxe Moderne des lange Zeit als reaktionär geltenden Künstlers.

Die Kunst dieses „Bildschöpfers”, seine „Illusion der Wirklichkeit” diente dem Kino als Vorlage für seine künstlich geschaffenen Welten. Viele seiner Werke wurden dank der Druckgrafik und Fotografie zu Ikonen der populären visuellen Kultur.

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