Musée d'Orsay: Der Neoimpressionismus, von Seurat bis Paul Klee

Der Neoimpressionismus, von Seurat bis Paul Klee

ARCHIV
2005

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Georges Seurat (1859-1891)
 Port-en-Bessin, avant-port , marée haute [Port-en-Bessin, Vorhafen, Flut]
 1888
 Öl auf Leinwand
 H. 67; B. 82 cm
 Paris, Musée d'Orsay, Erwerb dank des Rentenertrags einer anonymen kanadischen Schenkung, 1952
Georges Seurat Port-en-Bessin, Vorhafen, Flut© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / DR
Die Begründung des Neoimpressionismus, der innerhalb weniger Jahre in Frankreich und Europa zahlreiche Anhänger fand, ist einem einzigen Mann zu verdanken: Georges Seurat.
Seurat wurde 1859 in Paris geboren und beginnt 1878 sein Studium an der Ecole des Beaux-Arts, das er im folgenden Jahr allerdings abbricht, denn schon damals wollte er „... eine neue Malerei schaffen, meine eigene”, wie er 1888 in einem Brief an Paul Signac gesteht.

Seurat lehnt indes das Erbe der vorherigen Malergenerationen nicht ab. Er ist von Delacroix' Einsatz der Farbe fasziniert, das ihm dazu verhilft, sich von der Zeichnung, dem Grundstein der klassischen Tradition, zu befreien. Als er jedoch seine ersten großen Gemälde ausstellt, Badende, Asnières (1884) und Ein Sonntagnachmittag auf der Insel la Grande Jatte (1886) wird er auf Grund des großen Formats und der nüchternen, feierlichen Komposition mit Puvis de Chavannes verglichen.

Gemälde
Georges SeuratDie Seine in Courbevoie© photo DR
Seurats Stil wird durch die Theorien zur Optik von Eugène Chevreul, Charles Blanc oder später Ogden Rood und Charles Henry geprägt. Er entnimmt ihnen mehrere Prinzipien, die die theoretische Grundlage seines Chromoluminarismus bilden werden: seine Idee über Komplementärfarben (rot-grün, orange-blau, gelb-violett), der Unterschied zwischen Farbschattierung und Ton (Farbe und Farbwert), die Idee, dass sich die optische Farbmischung nicht auf der Palette sondern im Auge des Betrachters vollzieht, die Leuchtkraft der Farben entsteht durch das Nebeneinandersetzen komplementärer Kontrastfarben. Oder dynamische Linien als Ausdruck von Gefühlen.

Seine ab 1886 umgesetzte Technik besteht darin, regelmäßig winzige Farbtupfer auf die gesamte Bildfläche aufzutragen. Diese eng nebeneinander gesetzten reinen Farbpunkte bilden Formen, Gestalten, Landschaften.

1890, knapp ein Jahr vor seinem frühzeitigen Tod, bekennt Seurat:
„Kunst ist Harmonie”. Harmonie wiederum ist Einheit von Kontrasten und Einheit von Ähnlichem, im Ton, in der Farbe, in der Linie. Diese Harmonien scheiden sich gemäß der Vorherrschaft und unter der Einwirkung von Licht in solche der Heiterkeit, der Ruhe, der Traurigkeit“.

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