Musée d'Orsay: Ferdinand Hodler (1853-1918)

Ferdinand Hodler (1853-1918)

ARCHIV
2007

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Hodler und der Symbolismus

Ferdinand HodlerDer Zornige© Kunstmuseum, Bern
Mitte der 1880er Jahre lernt Hodler in Genf Dichter, Kritiker und Journalisten wie Louis Duchosal, Mathias Morhardt, Edouard Rod kennen. Die Bewunderer Wagners, Mallarmés und Verlaines bilden die ersten symbolistischen Kreise, an denen auch Hodler aktiv teilnimmt. Sie stehen auch in Verbindung mit den Pariser Künstlermilieus und tragen sicherlich dazu bei, dass der junge Maler danach strebt, dort anerkannt zu werden.
Seit Beginn der Jahre 1880 bemüht sich Hodler darum, sein Publikum zu erweitern: 1881 stellt er in der Société nationale des Beaux-Arts ein Selbstporträt mit dem Titel Der Zornige aus sowie mehrere Werke in London. 1885 findet die erste Einzelausstellung in Genf und 1887 in Bern statt. Sie bringen dem Maler zwar nicht den erhofften Erfolg, doch sie tragen sie dazu bei, dass er nun als einer der bedeutendsten Künstler der Schweiz gilt.

 

Ferdinand HodlerBlick in die Ewigkeit© Kunstmuseum, Bern
Hodlers Kunst zeichnet sich durch Realismus in Verbindung mit Idealismus und Symbolismus aus. Seine Porträts der Arbeiter und Bedürftigen sind Ausgangspunkt eingehender Beschäftigung mit dem menschlichen Schicksal. Blick in die Ewigkeit ist wegweisend: ein alter Mann fertigt einen Kindersarg an. Hodler schildert zwar genau die Arbeit des Schreiners, doch die betende Haltung der Figur, der strenge Aufbau und das kräftige Licht setzen die Szene mit einer höheren Ordnung in Verbindung.

 

Im Laufe der Jahre verzichtet er auf jeglichen Bezug zum alltäglichen Leben oder zu einem bestimmten sozialen Umfeld. Es stellt nur noch Prozessionen oder Gruppen erschöpfter Greise auf ihrem unerbittlichen Weg zum Tode dar. Denn schon gegen Ende 1880 und Anfang 1890 widmet sich der Maler, der seit seiner Kindheit mit dem Tod konfrontiert wird, diesem Lebensabschnitt: ein beredtes Beispiel dafür ist Die Nacht(1889-1890), das Meisterwerk und Manifest des Hodlerschen Symbolismus.

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