Musée d'Orsay: Ferdinand Hodler (1853-1918)

Ferdinand Hodler (1853-1918)

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2007

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Hodler und die Geschichte

Ab 1900 gilt Hodler als einer der großen Dekorations- und Historienmaler: er erhält bedeutende Aufträge in der Schweiz und in Deutschland. Mitte der 1880er Jahre hatte er Episoden der Gründergeschichte der Schweiz inszeniert, die die Historien- und Wandmalerei grundlegend erneuerten. Dies ging jedoch nicht ohne Polemiken vonstatten.

Ferdinand HodlerDie Schlacht bei Murten© Glaris, Kunsthaus/ photo Urs Bachofen
Die ersten beiden Bilder, die er in der Schweiz ausführt, sind Gegenstand heftiger Debatten: das Wandgemälde des Palais des Beaux-Arts anlässlich der Schweizer Nationalausstellung 1896 in Genf und der zwei Jahre währende „Freskenstreit“ (1898-1900) um seine Darstellung von Rückzug von Marignano pour le musée national suisse de Zurich, sont l'objet de vives polémiques. On reproche à l'artiste la distance prise avec l'histoire, l' absence de sens de l'héroïsme tel qu'il est habituellement exalté par une peinture d'histoire plus descriptive et narrative.
Hodler stellt in Europa die Kartons zu seinem Wandbild Marignano aus, insbesondere auf der Wiener Secession, wo er als einer der besten Dekorationsmaler seiner Epoche geehrt wird, der seinem Freund Gustav Klimt gewachsen ist.


Nichtsdestotrotz wird er erst über zehn Jahre später mit der Ausmalung der Wand gegenüber von Rückzug von Marignano beauftragt. Hodler beschließt einen Sieg der Schweizerischen Eidgenossenschaft über die Truppen von Karl des Kühnen darzustellen: Die Schlacht bei Murten. Dies ist das letzte Wandbild des Künstlers, der im Sommer 1915 in Frankreich mit der Arbeit beginnt, sie jedoch 1917 unvollendet zurücklässt. Das Gemälde zeichnet sich durch extreme Vereinfachung aus. Hodler erneuerte diese Gattung grundlegend durch den flächigen Auftrag der leuchtenden Farben und die Ausdruckskraft.

Ferdinand Hodler 
 (1853-1918)
 Der Holzfäller
 1910
 Öl auf Leinwand
 H. 130; B. 101 cm
 Paris, Musée d'Orsay
 (c) Musée d'Orsay, Patrice Schmidt
Ferdinand Hodler Der Holzfäller© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt
Seinen monumentalen Bilder wird großer Erfolg zuteil: er führt riesige Wandgemälde für die Universität von Jena, das Rathaus in Hannover (Einmütigkeit, 1913), das Kunsthaus (Blick in die Unendlichkeit, 1915) oder die Universität von Zürich (Floraison, unvollendet), aus und gibt der Schweiz zwei symbolträchtige Bilder für eine Identität, die sich im Laufe der zweiten Hälfte des 19.

Jahrhunderts herausbilden wird: er entwirft die Zeichnungen für die ersten Banknoten, die die Schweizer Nationalbank herausgibt. Hodler wird mit dem Mäher und dem Holzfäller beauftragt, Allegorien für die Feldarbeit und die Naturverbundenheit der Schweiz. Die Bilder werden zu regelrechten Ikonen und Hodler malte über zehn verschiedene Gemälde von jedem Motiv.

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