Musée d'Orsay: Maurice Denis

Maurice Denis

ARCHIV
2006

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Die Position von Maurice Denis (1870-1943) ist noch heute nicht ganz klar. Der „Nabi der schönen Ikonen“ wird neben Vuillard und Bonnard als einer der bedeutendsten Maler der Nabisgruppe, Mitbegründer und brillanter Theoretiker der Bewegung, gefeiert.

Gemälde
Maurice DenisSonnenflecken auf der Terrasse© Musée d'Orsay, Dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt
Sein berühmter Ausspruch, für den er 1890 im Alter von knapp zwanzig Jahren bekannt wurde, ist noch nicht in Vergessenheit geraten: „Es sollte bedacht werden, daß ein Bild, bevor es ein Schlachtpferd, eine nackte Frau oder irgendeine Anekdote ist, im wesentlichen eine gewöhnliche Fläche ist, überzogen mit in bestimmter Weise angeordneten Farben". Der Wahlspruch sowie einige radikale und aufsehenerregende Werke wie das im Musée d’Orsay befindliche Sonnenflecken auf der Terrasse stellen seine fruchtbare Nabis- und symbolistische Periode (1889-1898) sowie seine klassischen Jahre um 1900 in den Schatten und tragen unter anderem dazu bei, dass seinem nach 1914 abseits der Avantgarde entstandenen Werk keinerlei Aufmerksamkeit zuteil wird. Denis malte bis zum seinem Tod und in den Jahren zwischen den zwei Weltkriegen war er einer der gefragtesten Künstler für die Dekoration von profanen und religiösen Bauwerken.

In seiner Kunst, vom Symbolismus zu den Spätwerken, wie in seinen zahlreichen Schriften ging es ihm indes im wesentlichen um Kohärenz. Er bemühte sich stets, den dekorativen Aspekt - systematischer, ausschließlicher Einsatz der wesentlichen Komponenten des Gemäldes (Planheit, Farbe, Aufbau) – mit ständig neuen inhaltlichen Ansprüchen – sei es in Verbindung mit seinem katholischen Glauben, dem modernen Leben oder seiner ganz persönlichen Ikonografie, die er in den Jahren 1890 prägte – zu vereinen.


Anliegen dieser Ausstellung ist es: Denis den ihm gebührenden Platz zurückzugeben und die Einstellung zu seinem Werk von Grund auf zu erneuern, indem eine Verbindung zwischen seinem Frühwerk und der Entwicklung seines Werdegangs, zwischen den kleinformatigen Bildern aus seiner Nabiszeit und den großen dekorativen Zyklen hergestellt wird.

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