Musée d'Orsay: Der Wald von Fontainebleau. Eine Werkstatt in Lebensgröße. Von Corot bis Picasso

Der Wald von Fontainebleau. Eine Werkstatt in Lebensgröße. Von Corot bis Picasso

ARCHIV
2007

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Der Wald von Fontainebleau spielt in der Kunstgeschichte des 19. Jahrhunderts eine wesentliche Rolle. Schon Ende des 18. Jahrhunderts malte dort Bruandet, der Vorreiter der Malerei „nach der Natur“. Wenige Jahre später folgen ihm Bidauld, Aligny, Desgoff, Brascassat und insbesondere Corot zwischen seinen Italienaufenthalten.


Théodore Rousseau (Paris, 1812-1867)
 Groupe de chênes, Apremont [Eichen, Apremont] um 1850-52
 Öl auf Leinwand
 H. 63; B. 99 cm
 Paris, Musée du Louvre, Abteilung für Malerei, Vermächtnis Thomy Thiéry (1902)
 © Foto RMN / © Alle Rechte vorbehalten
Théodore RousseauEichen, Apremont© DR - RMN-Grand Palais (Musée du Louvre) / DR
1853 lässt sich Théodore Rousseau in Barbizon nieder. Er verkriecht sich buchstäblich in diesem Wald, in dem er schon 1829 erste Entwürfe ausgeführt hatte. Er zeichnet, skizziert, malt, „stöbert nach allem Sichtbaren“ und veranlasst, Diaz, Troyon, Dupré, Charles Jacque, Millet, u.a., sich ihm anzuschließen. Eine Generation, die die Landschaftsmalerei von Grund auf erneuern wird. Sie suchen nach Motiven: Bäume, Felsen, Sandsteinformationen und Sümpfe werden aus einer relativ begrenzten Anzahl von Orten, die derzeit als Tourismusgebiet identifiziert, klassifiziert und unter Naturschutz gestellt werden, ausgewählt.
Gemälde
Claude MonetFrühstück im Grünen© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt
Bald gesellen sich auch die Pioniere der Fotografie wie beispielsweise Le Gray, Cuvelier, Balagny, die auf der Suche nach einem Studio in der freien Natur waren, zu ihnen.

Um 1860 schickte Charles Gleyre seine Schüler dorthin, um ihre ersten Farbskalen auszuarbeiten: Renoir, Sisley, Bazille und Monet, der dort sein Manifest des modernen Lebens entwickelte, Le Frühstück im Grünen. Ausländische Künstler legen hier auf ihrer Reise durch Frankreich oder Europa eine Etappe ein; kurzum, der Wald von Fontainebleau, den die romantischen Schriftsteller in den Jahren 1820 entdeckt hatten, war sehr beliebt und bot den Malern ein wunderbares Atelier im Freien, das auch noch Redon, Seurat, Derain und selbst Picasso (im Jahr 1921) aufsuchen werden.

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