Musée d'Orsay: Heinrich Kühn, die perfekte Fotografi

Heinrich Kühn, die perfekte Fotografi

Heinrich KühnMary auf dem Abhang (Ausschnitt)© ONB, Vienne /Wolfgang Reichmann
Heinrich Kühns (1866-1944) Ziel war es, eine Fotografie zu schaffen, deren künstlerischer Wert der Malerei in nichts nachstand. Einem der herausragendsten Vertreter des internationalen Piktorialismus um 1900, der eng mit Alfred Stieglitz und Edward Steichen, den bedeutendsten Fotografen der Bewegung, befreundet war, gelang es, ein modernistisches Werk zu entwickeln, das seiner Zeit weit voraus war, obwohl ihm nur Familienmitglieder als Modell dienten.

Zu Beginn seiner Laufbahn um 1895 lernt Kühn im „Camera Club“ von Wien Hugo Henneberg und Hans Watzek kennen, mit denen er das „Trifolium“ gründet. Gemeinsam experimentieren sie mit den neuen fotografischen Drucktechniken wie beispielsweise dem von dem Franzosen Robert Demachy entwickelten Gummidruck, einem Verfahren, bei dem mit einem Pinsel gearbeitet wird, wodurch die Aufnahme fast wie ein Gemälde wirkt. Ihre großformatigen Fotografien lassen erkennen, dass sie sich mit der Malerei messen wollten.

Später geht Kühn dank des Einflusses seines Freundes Alfred Stieglitz von einem „romantischen“ Impressionismus zu einem leichteren, fast abstrakten Stil über, in dem es ihm einzig um die Wirkung des Lichts und die Wiedergabe der Valeurs geht und der die Entwicklung der Wiener Secession, an deren Ausstellungen er regelmäßig teilnimmt, widerspiegelt. Er ist auch ein Meister des Autochromverfahrens, das von den Brüdern Lumière entwickelt wurde und sich durch seine subtilen Farben auszeichnet. Die angelsächsischen Piktorialisten beherrschten diese Technik meisterhaft.
Kühn gilt dank seiner kühnen, äußerst einfachen Bildeinstellungen als einer der bedeutendsten Vertreter des internationalen Piktorialismus.

Leitung

Monika Faber, Chefkonservatorin der fotografischen Abteilung der Albertina in Wien

Ausstellungsleitung

Françoise Heilbrun, Chefkonservatorin im Musée d'Orsay; Anne Tucker, Chefkonservatorin der fotografischen Abteilung des Museum of Fine Arts in Houston

Die Ausstellung wird vom 9. Juni bis 19. September 2010 in der Albertina in Wien und im Frühling 2011 im Museum of Fine Arts in Houston präsentiert

6 Oktober 2010 - 24 Januar 2011

Paris, musée de l'Orangerie


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