Musée d'Orsay: Im Land der Ungeheuer. Léopold Chauveau (1870-1940)

Im Land der Ungeheuer. Léopold Chauveau (1870-1940)

1

2

3

4

5

6

7

Im Land der Ungeheuer von Leopold Chauveau (1870-1940)

Léopold ChauveauMonster (Selbstporträt?)© Musée d'Orsay, Dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt
Die Schenkung an das Musée d'Orsay von 526 Zeichnungen und 48 Skulpturen durch seinen Enkel Marc Chauveau ermöglichte die Studie und Neuentdeckung eines weithin unterschätzten und faszinierenden Künstlers. Obwohl mehrmals Ausstellungen zu seinen Werken organisiert wurden, fanden große Teile seiner Arbeiten keine Beachtung, und Chauveau erlangte nie Berühmtheit. Das Musée d'Orsay erweist ihm heute eine späte Hommage.

Chauveau ist Arzt und beginnt mit 35 Jahren eine künstlerische Laufbahn ohne spezifische Ausbildung. Erst im Alter von über 50 Jahren gibt er seinen ursprünglichen Beruf auf, um sich voll und ganz seinen künstlerischen und schriftstellerischen Aktivitäten zu widmen. Seine Produktion ist sehr vielfältig: Skulpturen, Zeichnungen, Illustrationen und Erzählungen für Kinder, u. a. Romane und Kurzgeschichten.

Die Ausstellung bietet einen Überblick über sein kreatives Schaffen im Zusammenhang mit seinen Inspirationsquellen und Zeitgenossen: Trotz seiner Einzigartigkeit tritt sein Werk in Resonanz zu seiner Zeit und ist heute noch aktuell.

 

Die künstlerischen Anfänge des Doktor Chauveau

Léopold ChauveauMarfu© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt
Leopold Chauveau ist der Sohn eines bekannten Forschers im Bereich Medizin und Tiermedizin und wird 1870 in Lyon geboren. Auf Betreiben seines Vaters hin studiert er Medizin in Paris. Er heiratet 1897 und beginnt bald, einen Beruf auszuüben, der ihm wenig zusagt.

1902 lässt sich die Familie in Versailles nieder. In seiner Nachbarschaft lebt der Nabi-Maler und Bildhauer Georges Lacombe, zu dem er eine enge Freundschaft pflegt. In seiner Freizeit beginnt Chauveau, Holzskulpturen zu schnitzen, zweifellos auf Anraten von Lacombe. Er ersetzt das Holz rasch durch einfacher formbare Materialien wie Wachs und Gips. Gegen 1905 beginnt er, Ungeheuer zu modellieren, die heute den wichtigsten Teil seiner bildhauerischen Produktion darstellen.

Zweifellos aufgrund des Unwohlseins und der professionellen Unzufriedenheit von Leopold wechselt die Familie vor dem ersten Weltkrieg häufig den Wohnsitz und zieht von Algerien nach Savoyen und dann in die Schweiz.

1

2

3

4

5

6

7


Zeichensatz vergrössern Den Zeichensatz verkleinern Drucken

Facebook
TwitterInstagramYouTube