Musée d'Orsay: Bewegungen in der Luft Etienne-Jules Marey (1830-1904) Fotograf der Bewegung

Bewegungen in der Luft Etienne-Jules Marey (1830-1904) Fotograf der Bewegung

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Fotografie
Etienne-Jules MareyDreieckiges Prisma, Ansicht einer der Grundflächen im Luftstrom, vierte und letzte Version der Rauchmaschine, 57 Kanäle© Cinémathèque française
Etienne-Jules Marey (1830-1904), ein Physiologe, Arzt, Biomechaniker und Erfinder der Chronofotografie im Jahr 1882, der technischen Grundlage der Kinematografie, studierte während der drei letzten Jahre seines Lebens, 1899 bis 1901, fotografisch die Bewegungen der Luft.

Seine Rauchaufnahmen sind ästhetische Meisterwerke, die durch ihren rätselhaften Charakter bestechen. Doch sie werfen auch viele Fragen auf.

Warum wurden diese Bilder angefertigt  ? Was war die Zielsetzung dieser Recherchen und mit welchen technischen Mitteln wurden sie ausgeführt  ? Warum verwendete Marey die Momentaufnahme, wo doch damals (1899-1902) die Chronofotografie und die Kinematografie schon weit verbreitet sind  ? Um diese Fragen zu beantworten, muss man zu den Anfängen der Technik, die das Werk und Leben des Physiologen beherrschte, zurückgehen: die grafische Methode. Sie besteht darin, auf einem Papier oder lichtempfindlichem Material die Kräfte aufzuzeichnen, die auf einen in Bewegung begriffenen lebenden oder leblosen Körper einwirken.

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Etienne-Jules MareyDreieckiges Prisma, Ansicht seiner Kanten im Luftstrom, vierte und letzte Version der Rauchmaschine, 57 Kanäle© Cinémathèque française
Dank dieser Methode kann man, wie Marey in La méthode graphique dans les sciences expérimentales… [Die grafische Methode in den experimentellen Wissenschaften...] (1878) schreibt, das „für die Bewegung charakteristische Raum-Zeit-Verhältnis” beobachten und messen. Mittels Registrierinstrumenten kann man zum ersten Mal Bewegungen oder Phänomene aufzeichnen, die die menschlichen Sinnesorgane zum Großteil nicht wahrnehmen können.

Nachdem sich Marey mittels der Chronofotografie mit der Bewegung der Fische beschäftigt hat, versucht er in den 1890er Jahren herauszufinden, wie eine Flüssigkeit auf den Aufprall eines beliebigen festen Körpers reagiert. Zu diesem Zweck legt er versilberte Wachs- und Harzkugeln in Wasser, in dem durch einen Propeller Wellen erzeugt werden. Das Sonnenlicht spiegelt sich in diesen winzigen glänzenden Körpern wider und die Auswirkungen, die durch ein Hindernis auf den Verlauf des Stroms verursacht werden, werden mit 42 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet. Diese Vorrichtung bringt ihn auf die Idee, dasselbe Experiment mit durch einen Windkanal erzeugte Luftströme durchzuführen.

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