Musée d'Orsay: Wer hat Angst vor weiblichen Fotografen? 1839-1945

Wer hat Angst vor weiblichen Fotografen? 1839-1945

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Zweiter Teil: 1918-1945



Margaret Bourke-WhiteSelbstportrait mit Kamera© Digital Image Museum Associates/LACMA/Art Resource NY/Scala, Florence

Fotografinnen

Fotografin nach dem ersten Weltkrieg zu sein, heißt, unterschiedliche Genres zu bedienen und neue Perspektiven zu erschließen. Es geht darum, sich an der Entstehung der modernen Fotografie sowie am kreativen Eifer zu beteiligen, der die kulturellen Hochburgen wie Paris, Berlin, Budapest, London, New York oder San Francisco erfasst hat. Das heißt für einige Frauen, hinter das Objektiv zu treten, nachdem sie lange Zeit nur davor gestanden waren.

Fotografin zu sein, heißt auch, auf theoretischer Ebene Position zu beziehen und die Geschichte der Fotografie aktiv mitzugestalten. Es geht darum, aktiv an der Institutionalisierung dieser Kunstsparte teilzunehmen - durch die Organisation von Ausstellungen in Salons und Galerien, die Gründung von Schulen, den Betrieb von kommerziellen Studios oder Agenturen. Die Fotografie ist für die Frauen nunmehr ein vollwertiger Beruf mit unzähligen Facetten und Anwendungsmöglichkeiten.



Fotografin zu sein, heißt auch, Ausbildungs- und Unterstützungsnetzwerke aufzubauen, im Kontext einer hohen geographischen Mobilität auf internationaler Ebene und einer starken Konkurrenz zu ... den Männern. Denn das gemeinsame Nebeneinander, die Beanspruchung durch die Frauen von Titeln und sozialen Rechten erzeugt Beunruhigungen, Spannungen und Konflikte: Die Berufskollegen aber auch Kritiker, Historiker und Journalisten, manchmal sogar die Ehemänner, bemühen sich, die Frauen als Rivalinnen darzustellen, die darüber hinaus die traditionelle Aufgabenteilung und althergebrachten Geschlechterrollen durcheinander bringen.

Der Ausstellungsparcours, der ihren Eroberungszug vom Studio aus in die ganze Welt beleuchtet, soll aufzeigen, wie sich die Frauen in einem kriegsverwüsteten Europa mittels Strategien der künstlerischen und beruflichen Emanzipation des fotografischen Mediums bemächtigen und bis dahin den Männern vorbehaltene Territorien erobern. Dieser Ausflug durch die Geschichte der Moderne soll die Geschichte auch unter einem modernen Blickwinkel beleuchten.

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