Musée d'Orsay: Van Gogh / Artaud. Der Selbstmörder durch die Gesellschaft

Van Gogh / Artaud. Der Selbstmörder durch die Gesellschaft

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Van Gogh, der Selbstmörder durch die Gesellschaft


Man RayAntonin Artaud© Man Ray Trust / ADAGP, Paris © Centre Pompidou, MNAM-CCI, dist. RMN-Grand Palais / Jacques Faujour
Diese Ausstellung wurde in Anlehnung an den Text von Antonin Artaud (1896-1948), Van Gogh, der Selbstmörder durch die Gesellschaft konzipiert und gestaltet.

Gegen Ende 1946 machte Pierre Loeb (1897-1964), der Gründer der Galerie Pierre in Paris, Artaud den Vorschlag, über Van Gogh zu schreiben, da er der Meinung war, dass ein Künstler wie er, der 9 Jahre lang in einer Nervenheilanstalt interniert war, am besten in der Lage sei, über einen Maler zu schreiben, der als verrückt galt.

Artaud, der sich zu diesem Zeitpunkt mit der Herausgabe seiner Werke beschäftigte, war anfangs nicht sonderlich begeistert von diesem Projekt.

 

Die Veröffentlichung von Auszügen aus dem Buch des Psychiaters François-Joachim Beer, Der Dämon von Van Gogh, im Rahmen einer Ausstellung über Van Gogh , die Ende Januar 1947 im Musée de l'Orangerie in Paris veranstaltet wurde, gab den entscheidenden Ausschlag. Artaud protestierte gegen die klinische Darstellung des Wahnsinns des Malers durch Beer und vertrat eine völlig gegensätzliche Auffassung, indem er Anklage gegen die gesamte Gesellschaft erhob: Sie hätte Van Gogh durch ihre Gleichgültigkeit in den Selbstmord getrieben, um ihn davon abzuhalten, unerträgliche Wahrheiten zu enthüllen.

"Und somit beging Van Gogh Selbstmord, da ihn die gesamte Gesellschaft in gemeinsamer Absprache nicht mehr ertragen konnte.“

Vincent van Gogh
 (1853-1890)
  Portrait de l'artiste  [Selbstbildnis]
 1889
 Öl auf Leinwand
 H. 65; B. 54,5 cm
 Paris, Musée d'Orsay, Schenkung Paul und Marguerite Gachet, Kinder von Doktor Gachet, 1949
Vincent van GoghSelbstbildnis© Musée d'Orsay, dist.RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt
Nach einer kurzen Besichtigung der Ausstellung im Musée de l'Orangerie beschäftigte sich Artaud anhand des Katalogs und zwei farbig illustrierten Büchern - Vincent van Gogh einem Text von Wilhelm Uhde, veröffentlicht beim Verlag Phaidon (1936), und Van Gogh Anne Marie Rosset, veröffentlich von P. Tisné (1941) – eingehend mit dem Werk des Malers.

Er ließ sich die Briefe von Vincent an seinen Bruder Theo von Paule Thévenin laut vorlesen, der ihn bei seiner Arbeit unterstützte. Der Text, der auf einem Schulheft fragmentarisch verfasst wurde, mit Ausbesserungen und teilweise improvisiert, wurde Paule Thévenin zwischen dem 8. Februar 1947 und dem 3. März 1947 diktiert, der ihn niederschrieb.

Das Buch erschien Ende 1947 bei K éditeur.

 

Anhand der Analyse und des Vokabulars von Artaud bietet die Ausstellung einen einzigartigen Parcours vorbei an den bekannten Werken Van Goghs, die nach den Angaben des Dichters angeordnet wurden.

Der Ausstellungstitel stammt aus Antonin Artauds Werk Van Gogh Der Selbstmörder durch die Gesellschaft, © Editions Gallimard, 1974.

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