Musée d'Orsay: Italien sehen und sterben: Fotografie und Malerei in Italien im 19. Jahrhundert

Italien sehen und sterben: Fotografie und Malerei in Italien im 19. Jahrhundert

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Camille CorotDie Brunnenschale der Académie de France in Rom© RMN-Grand Palais / Hervé Lewandowski
Nach der Erfindung der Fotografie im Jahr 1839 ändert sich unser Verständnis des kulturellen Erbes Italiens grundlegend. Die Ausstellung Italien sehen und sterben schildert die Entwicklung unserer bis dahin von den traditionellen Schönen Künsten, d.h. von der Malerei, Grafik, Bildhauerei und auch von der Druckerei geprägte Vorstellung von der Landschaft, Architektur, Kunst und der Bevölkerung Italiens.

Vor der Fotografie

In den 1820er Jahren zieht es eine Malergeneration nach Rom, die die von dem Franzosen Pierre Henri de Valenciennes und dem Briten Thomas Jones gegen Ende des 18. Jahrhunderts eingeführten Prinzipien der Landschaftsmalerei befolgen. Diesen Künstlern geht es um die Natur selbst, sie suchen keinen literarischen, religiösen oder mythologischen Vorwand. Camille Corot oder Léon Cogniet führen während ihrer Spaziergänge zahlreiche Skizzen oder kleinformatige Gemälde aus.

John Ruskin (mit John Hobbes ?)Venedig, Palazzo Ducale© Courtesy of K. and J. Jacobson, UK
Daguerre in Italien

Die Erfindung Daguerres, die der Pariser Öffentlichkeit 1839 vorgestellt wurde, breitet sich auch in Italien und im restlichen Europa aus. Die Zeichnungen, die mit Hilfe der camera obscura entstanden, gaben vor allem die Umrisse der Landschaft, ihre Proportionen und ihre Perspektive jedoch nicht den Hell-Dunkel-Effekt wieder. Die Daguerreotypie wird aufgrund ihrer Möglichkeit, die Natur objektiv ohne die kreative Beteiligung des Künstlers abbilden zu können, zu einem kostbaren, effizienten und präzisen Instrument.

Amateurfotografen nutzen die Erfindung für Buchprojekte. Der französische Optiker Noël-Marie Paymal Lerebours veröffentlicht zwischen 1841 und 1843 Daguerreotypien: Die schönsten Ansichten und Monumente der Welt das Aquatinten nach Daguerreotypien illustrierten. Um die Ansichten zu beleben, werden von Hand Figuren hinzugefügt, die aufgrund der Belichtungszeit nicht auf der Platte festgehalten werden können.

John Ruskin (mit Frederick Crawley ?)Alter Turm in Arona© Courtesy of K. and J. Jacobson, UK
Der Italiener Ferdinando Artaria widmet sich mit Ansichten von Italien mittels der Daguerreotypie einem ähnlichen Projekt. Der Brite Alexander John Ellis wird sein Vorhaben, für das er über hundertfünfzig, von ihm persönlich oder anderen Fotografen angefertigte Platten zusammengetragen hatte, nicht zu Ende führen. Auch John Ruskin verfügt über eine umfangreiche Sammlung von Daguerreotypien, die er ergänzend zu seinen eigenen Zeichnungen und Aquarellen für sein berühmtes Werk Steine von Venedig verwendet.

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