Musée d'Orsay: Im Land der Ungeheuer. Léopold Chauveau (1870-1940)

Im Land der Ungeheuer. Léopold Chauveau (1870-1940)

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Der Erste Weltkrieg

Léopold ChauveauUngeheuer© Musée d'Orsay / Patrice Schmidt
Chauveau wird am 3. August 1914 eingezogen und ist im ersten Weltkrieg als Lazarettarzt tätig. Er arbeitet nacheinander in einem Krankenhaus der Pariser Region und dann an der Front in Lazaretten (Wanderspitäler, die der Armee folgen), an einer Nothilfestation auf der Frontlinie und dann im Klinikzentrum Souilly südlich von Verdun.

Ihm widerstrebt die Ausübung des Arztberufs zu Friedenszeiten, und er bevorzugt die weit schwierigere Tätigkeit des Militärarztes: Er fühlt sich wohler bei der Behandlung von jungen Soldaten mit gesunden Körpern als in Gegenwart der kranken Menschen im Alltag. Auf den Postkarten, die er seiner Familie schickt, zeichnet das "väterliche Ungeheuer" Wegbegleiter, die seine Gemütshaltung widerspiegeln". Auf einer dieser Karten ist "der fröhliche Tanz des Ungeheuers, das auf seinen Heimaturlaub wartet" skizziert.

Chauveau ist Zeuge der brutalen Gefechte und durchlebt eine Zeit familiärer Trauer, als er zwei Söhne, seine Ehefrau, seinen Vater und seinen besten Freund Georges Lacombe verliert. Er setzt sich mit dieser Trauer in La mort a passé auseinander und erzählt seine Kriegsjahre an der Seite der Verwundeten in der Erzählung Derrière la bataille, die 1916 veröffentlicht wird.

 

 

Monströse Etymologien

AnonymTierähnliche Vase: Fledermaus© Musée du quai Branly - Jacques Chirac, Dist. RMN-Grand Palais / Claude Germain
"Schon als Kind fand ich Gefallen an allem, was monströs war. Ich hatte damals nur die Wasserspeier einiger Kathedralen und ein paar chinesische und japanische Ungeheuer gesehen und spürte bereits, dass es sich dabei um eine Welt handelt, die mir sehr gefällt. "

Wir wissen, dass Chauveau sich sehr früh für die fantastischen Skulpturen der Kathedralen und die Ungeheuer des Fernen Ostens interessierte.

Auch wenn er sie nicht erwähnt, kommen andere Inspirationsquellen in Frage wie die präkolumbische Kunst, die vor Ungeheuern wimmelnden Gravuren der Renaissance, zeitgenössische satirische Bilder und der Symbolismus.
Alle diese Produktionen sind - absichtlich oder nicht - Teil seiner bildlichen Welt, obwohl die Monster von Chauveau ein einzigartiges Ensemble in Bezug auf ihre Anzahl, Vielfalt und ihren berührenden, fast liebenswerten Charakter bilden.

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