Musée d'Orsay: Das schwarze Modell von Gericault bis Matisse

Das schwarze Modell von Gericault bis Matisse

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Marie Guillemine BenoistPortrait von Maria Magdalena© RMN-Grand Palais (Musée du Louvre) / Gérard Blot

Neue Betrachtung

Mehr als fünfzig Jahre liegen zwischen der ersten Abschaffung der Sklaverei in den französischen Kolonien und der zweiten - diesmal endgültigen - Abschaffung, die im April 1848 von der jungen Zweiten Republik proklamiert wird.

Am 4. Februar 1794 erkennt ein erster - doppelt revolutionärer - Abschaffungserlass den befreiten Sklaven ohne Unterschied der Hautfarbe die volle französische Staatsbürgerschaft zu. Für Frankreich im Jahre II nach der Revolution geht es darum, die siegreiche Revolte der Sklaven auf der Insel Santo Domingo im Jahr 1791 festzuschreiben, die von Toussaint Louverture angeführt wurde, und die Insel, die von ausländischen Seeflotten belagert wird, der Republik anzuschließen.

Allerdings führt Napoleon bereits 1802 die Sklaverei wieder ein. Aber die Truppen, die er nach Santo Domingo sendet, stoßen auf hartnäckigen Widerstand: Am 1. Januar 1804 wird die unabhängige Insel zur Republik Haiti, der "ersten schwarzen Nation", wie Aimé Césaire später sagen sollte.

Der historische Wendepunkt der französischen Revolution gibt somit den Auftakt für die zunehmende Anfertigung von Porträts emanzipierter dunkelhäutiger Personen, u.a. berühmte Werke wieJean-Baptiste Belley von Anne-Louis Girodet und Madeleine von Marie-Guillemine Benoist.
Obwohl diese Werke den künstlerischen Raum einnehmen, der von der damaligen politischen und sozialen Revolution geschaffen wurde, so zeugen sie dennoch von den typischen Widersprüchen dieser Zeit: In der Broschüre des Salons von 1800, die das Portrait de Madeleine [Maria Magdalena] begleitet, sind beispielsweise weder der Zivilstatus noch Vorname des Modells angegeben. Ebenfalls im Unklaren bleiben die Absichten des Künstlers, die heute noch umstritten sind.

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