Musée d'Orsay: Unzählige Kunstsammler!Carpeaux und Dalou von der Gieβerei Susse

Unzählige Kunstsammler!
Carpeaux und Dalou von der Gieβerei Susse

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Jean-Baptiste Carpeaux, Susse Frères (Gieβer)Ugolin© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Carpeaux und der Nachguss


ean-Baptiste Carpeaux (1827-1875), wird an der Ecole des Beaux-Arts von Rude und Duret unterrichtet. Nach einem Aufenthalt in Rom kehrt er nach Paris zurück, wo er ein sehr mondänes Leben führt. Er wird zum offiziellen Porträtisten der Kaiserfamilie und parallel dazu widmet er sich Dekorationsarbeiten. Carpeaux lieβ von seinen Werken Nachgüsse anfertigen. Als Sujets dienten Einsendungen an den Salon (Ugolin) oder das Monumentalwerk (Der Tanz). Auch von Porträts lässt er Repliken herstellen. 1868 verlegt er sein Atelier nach Auteuil, wo er vor allem mit Terrakotta arbeitet. Er versucht sich auch an Marmor und beauftragt Gieβereien wie Barbedienne mit dem Bronzeabguss. Nach Carpeaux‘ Tod übernimmt seine Witwe die Aufsicht über das Atelier und setzt die zu Lebzeiten des Bildhauers begonnen Abgüsse fort; es werden auch Nachbildungen von bisher unveröffentlichten Werken hergestellt. In der Folge werden sich die Erben mit der Gieβerei Susse in Verbindung setzen und 1911 das erste Abkommen aufstellen. Der erste Vertrag wird am 1. Januar 1914 unterzeichnet. Susse erhält das Alleinrecht für elf Sujets in den verschiedensten Materialien.

Aimé Jules Dalou, Susse Frères (Gieβer)Ein Bauer streift seinen Ärmel hoch Nr. 0© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / René-Gabriel Ojéda

Dalou und der Nachguss


LDie Frühwerke des Bildhauers Aimé-Jules Dalou (1838-1902) zeichnen sich durch persönliche Sujets aus; Dalou, der aufgrund seiner Beteiligung an der Kommune nach England geflohen war, kehrt nach der Amnistie 1889 nach Frankreich zurück und schlägt eine offizielle Laufbahn ein. Dalou wurde zuerst von der flämischen Barockkunst und später von der französischen Bildhauerei des 17. Jahrhunderts beeinflusst. Er ist der Ansicht, dass seine Skulpturen in keinem anderen als dem von ihm gewählten Material reproduziert werden können: „Ein Werk wurde für ein Material und eine Dimension geschaffen. Wenn man dies ändert, wird es verfälscht." Im Mai 1899 jedoch erklärt sich Dalou schlieβlich bereit, mit den Brüdern Susse seinen ersten Abgussvertrag zu unterzeichnen.

Nach seinem Tod wird seine Tochter Georgette, die im Orphelinat des Arts von Courbevoie lebt, weitere Verträge für die übrigen Werke des Ateliers unterzeichnen. Insgesamt wird Susse unbegrenzt von 76 Werken Repliken von Dalou herstellen. Die Gieβerei wird für dieses umfangreiche Vorhaben anhand von Bronzemodellen Sandabgüsse herstellen.

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