Musée d'Orsay: Charles Gleyre (1806-1874). Der reuevolle Romantiker

Charles Gleyre (1806-1874). Der reuevolle Romantiker

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Im Atelier: Die Zeichnung als Priorität

Charles GleyreStudie für Herkules und Omphale© Nora Rupp, Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne
Obwohl die Malkunst von Gleyre exquisite farbliche Raffinessen aufweist, steht die Zeichnung im Mittelpunkt seiner Kunst. Die Formen sind genau definiert, die Volumen zart modelliert, sodass seine Kompositionen die Klarheit von antiken Bas-Reliefs besitzen. Der Künstler präpariert jede Figur seiner Gemälde durch außerordentlich sorgfältige Studien der Gesten und Gesichtsausdrücke, die durch eine geduldige Bearbeitung der Halbton-Abbildungen mit Stift oder Rötel bildhauerische Qualität erlangen.

Diese Kunst der Komposition und Zeichnung lehrt Gleyre seinen Schülern beinahe 25 Jahre lang. Im Jahr 1843, nachdem er gerade einen triumphalen Erfolg mit Le Soir [Der Abend] auf dem Salon davongetragen hatte, ersetzt er Paul Delaroche als Leiter eines der meistbesuchten Ateliers der französischen Hauptstadt.
Gleyre ist für seine offene Haltung - er bildet sowohl Historien- als auch Landschaftsmaler aus - und demokratischen Überzeugungen sowie als bescheidener und aufmerksamer Meister bekannt, der für seine Großzügigkeit gelobt wird: Seine Schüler müssen sich nur an den Kosten für Miete und Modelle beteiligen.

Zu Beginn der 1860er Jahre beginnt sich die Gesundheit des "Chefs" zu verschlechtern, und das Atelier hat zunehmend mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Es wird am Vorabend des Krieges von 1871 geschlossen.
Mehr als fünfhundert junge Maler - Männer und Frauen - haben seiner Lehre und Methodik gefolgt, darunter so unterschiedliche Persönlichkeiten wie die neu-pompejanischen Maler Jean-Louis Hamon und Jean-Léon Gérôme, der Amerikaner James Whistler oder die zukünftigen Impressionisten Alfred Sisley, Frédéric Bazille und Auguste Renoir.

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