Musée d'Orsay: Im Land der Ungeheuer. Léopold Chauveau (1870-1940)

Im Land der Ungeheuer. Léopold Chauveau (1870-1940)

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Neuinterpretierte Klassiker

Léopold ChauveauDie Fabeln von La Fontaine / Die Ratte, die sich von der Welt zurückgezogen hat© DR
Mehrere Zeichnungsreihen mit Tinte, Aquarell oder Gouache von Chauveau illustrieren Klassiker der Literatur: die Bibel (1920-1921), die Fabeln von La Fontaine (1921), der Roman de Renart, ein mittelalterliches französisches Märchen, das er unter dem Titel "Roman de Renard" (Ausgaben von 1928 und 1936) neu verfasst und modernisiert.

Indem er die Bibel illustriert, folgt Chauveau einer langen ikonographischen Tradition, von der Buchmalerei und mittelalterlichen Glasmalerei bis zu den jüngsten Illustrationen von Gustave Doré und James Tissot, die an der Wende zum 20. Jahrhundert sehr populär waren. Er übernimmt ebenfalls die synthetische und bunte Welt der Nabis, insbesondere von Maurice Denis und Charles Filiger, Bewunderer des schlichten Stils der italienischen Primitiven und Ikonenmaler.

Die Fabeln nehmen einen zentralen Stellenwert innerhalb seiner Arbeit ein. In seinem autobiographischen Text "Das träumende Kind" vertraut er sich an: "Meine Fabeln von La Fontaine waren das einzige Schulbuch, das ich öffnete, ohne dazu gezwungen zu werden“. Auch im Erwachsenenalter bleibt diese Liebe zu La Fontaine bestehen, er lernt die Fabeln auswendig und trägt sie vor, um gegen seine Melancholie anzukämpfen, und ermutigt die Kinder, sie ebenfalls auswendig zu lernen. Er illustriert nicht nur mehr als 70 Fabeln, sondern lässt sich sowohl in seinem bildhauerischen als auch literarischen Schaffen von ihrer präzisen und aussagekräftigen Form inspirieren. Er erfreut sich an ihrer Poesie in Verbindung mit einer Philosophie, die er im Alltag hautnah erlebt.

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