Musée d'Orsay: Wilde Seelen. Der Symbolismus in der baltischen Länder

Wilde Seelen. Der Symbolismus in der baltischen Länder

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Mikalojus Konstantinas ČiurlionisDie Erschaffung der Welt VII© Photo by Arūnas Baltėnas
Die Natur
Der Blick auf die Welt ist also alles andere als objektiv. Diese Ästhetik schöpfte sowohl aus der populären Bilderwelt als auch aus den wissenschaftlichen Neuerungen der Epoche.
Ein beredtes Beispiel dafür ist der Zyklus Die Entstehung der Welt von Čiurlionis, für den die Unterwasserwelt und das neu entdeckte Weltall als Inspirationsquelle dienen. Die Landschaft zeigt grundlegende Symbole wie die Sonne bei Kallis (Pastell, 1917), die für Erneuerung oder Niedergang steht, und mit der die Menschen eine mystische und zeremonielle Beziehung unterhalten ( Der Sonnenkuss ).

Ein anderes vitalistisches Motiv ist der Baum, der auch in den Landschaften von Kallis oder Pēteris Kalve vorkommt. In der Serie Sonaten von Čiurlionis (1908) wird das Meer verherrlicht. Čiurlionis‘ Landschaft liegt ein synästhetischer Ansatz zugrunde, der seiner Darstellung des Universums eine monumentale Dimension verleiht und wo Bild und Klang miteinander verschmelzen.

Johann WalterBirkenwald© Photo Normunds Brasliņš
Die norwegischen Landschaften von Jaan Koort, Triik oder Mägi dagegen wurden durch den Neoimpressionismus beeinflusst, den diese Künstler auf ihre Art interpretierten. Sie alle hielten sich zeitweise in Paris auf. Triiks Werk lässt den Einfluss Van Goghs erkennen, den er 1908 entdeckte.
Bei Mägi, der die Leinwand in kolorierte Fragmente unterteilt, steht der ornamentale Aspekt im Vordergrund, der an Klimt erinnert. Die Symbolisten unterwerfen die Landschaft Veränderungen: Die Birken von Johann Walter gliedern die Leinwand, Vilhelms Purvītis‘ Landschaft erweckt den Eindruck, als sei die Schöpfung das Ergebnis des Menschen und der Natur.

Der Maler wird bei seinem Streben nach Harmonie, das sich als erhebend und ernüchternd zugleich erweist, mit seinen eigenen Grenzen konfrontiert. Man kann verstehen, warum die Gemälde von Jūlijs Maderniek, einem weiteren Künstler dieser Epoche, Ausdruck eines Widerspruchs sind: „unermessliches Glück, das aus dem tragischen Schicksal der Menschheit hervorgeht“.

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