Musée d'Orsay: James Tissot (1836-1902), die moderne Zweideutigkeit

James Tissot (1836-1902), die moderne Zweideutigkeit

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Japan als Horizont

James TissotJapanerin im Bad© Musée des Beaux-Arts de Dijon / François Jay
"Die neueste originelle Meldung ist die Eröffnung des japanischen Ateliers eines jungen Malers, der wohlhabend genug ist, um sich ein kleines Stadthaus an den Champs-Elysées zu gönnen" : Mit diesen Worten macht der Kritiker Champfleury 1869 eine Anspielung auf den Wohnsitz von Tissot und seine Vorliebe für die japanische Kunst.
Der Künstler gehört in der Tat zu den ersten französischen Anhängern des Japonismus, einige Jahre nach der Öffnung Japans im Jahr 1853 und der Universalausstellung in Paris im Jahr 1867, als dieses Land eine Gesandtschaft schickt und zum ersten Mal ausstellt.

Während des zweiten Kaiserreichs ist Tissot einer der beflissensten Sammler asiatischer Objekte; er ist ebenfalls - eine besondere Ehre - der Zeichenlehrer des jungen Prinzen Tokugawa Akitake, Bruder des letzten Shogun und Oberhaupt der japanischen Gesandtschaft 1867-1868.

Tissot, den die japanische Gesandtschaft "chisō" nennt, sollte seine Begeisterung für Japan unaufhörlich in seinen Werken zum Ausdruck bringen.
1864 vermittelt seine Japanerin im Bad die Fantasievorstellung eines erträumten Orients durch die Verkleidung einer Europäerin mit einem seidig schimmernden Kimono.

Am Ende des Jahrzehnts setzt der Maler seine Sammlungen vor den Augen des Betrachters und den begeisterten Blicken der jungen eleganten Damen in Szene, die durch sein Stadthaus wandeln.
An diesem privaten Schauplatz mischen sie sich in einer ergreifenden Gegenüberstellung als „lebendige Pendants“ unter die japanischen Puppen und - vielleicht auch in einer Wahrnehmung der Frau als Objekt - die Ausstellungsgegenstände der Sammlung.

Zahlreiche japanische Objekte werden vom Künstler auf seinen Bildern dargestellt. Davon zeugen die Holzschnitte in lebhaften Farben, welche die zauberhafte Mathilde Sée in einem späten Pastell in der Hand hält, sowie zahlreiche Londoner Kompositionen - ein Beweis dafür, dass Tissot seine Sammlung nach London mitgenommen oder sie vor Ort angereichert hat.

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