Musée d'Orsay: Picasso. Blau und rosa

Picasso. Blau und rosa

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Pablo PicassoLa Célestine© RMN-Grand Palais (Musée national Picasso-Paris) / Mathieu Rabeau © Succession Picasso 2018
Der erotische Picasso
Die zahlreichen erotischen, nahezu karikaturhaften Zeichnungen, die Picasso in Paris und Barcelona zwischen 1901 und 1903 ausführt, zeichnen sich durch ihre unglaubliche Lebendigkeit aus. Sie bilden einen starken Kontrast zu den ernsten und melancholischen Gemälden der Notleidenden der Blauen Periode.
Sie sind eine Fortsetzung seines Interesses für das zwielichtige Milieu der Bordelle, das er in seiner Malerei mit den Figuren der Prostituierten des Gefängnisses Saint-Lazare und auch mit dem Porträt La Célestine behandelt, zu dem ihn Carlota Valdivia, eine Bordellbesitzerin in Barcelona, inspirierte.

Diese Werke, die kaum bekannt sind, waren oftmals schnell auf die Rückseite von Visitenkarten des Unternehmens seines Freundes Sebastia Juñer Vidal skizziert worden. Sie besitzen eine der ersten Konstanten, die Picassos Werk prägen werden: die permanente Verflechtung von Liebe und Tod.

Pablo PicassoDas Leben© Photo Scala, Florence © Succession Picasso 2018
La Vie
Das im Frühling 1903 entstandene Gemälde Das Leben bildet den Höhepunkt der plastischen Recherchen Picassos seit Beginn der "Blauen Periode". Mit diesem Bild deckte er das Gemälde Letzte Augenblicke ab, das er auf der Weltausstellung 1900 präsentiert hatte.
Anhand der zahlreichen Skizzen und der radiografischen Untersuchung des Gemäldes lässt sich die Entwicklung der Komposition und der Figuren nachvollziehen. Bei dem Mann links handelt es sich zwar zunächst um ein Selbstbildnis, doch schließlich verleiht er ihm die Züge von Carles Casagemas, seinem Freund, der sich aufgrund einer unglücklichen Liebe im Februar 1901 das Leben genommen hatte. Der Künstler hatte auch geplant, im Zentrum eine Staffelei und eine geflügelte Figur darzustellen.

Das endgültige Gemälde war Gegenstand der verschiedensten Interpretationen. Oftmals wird es als Allegorie des Lebenszyklus betrachtet, von der Kindheit – versinnbildlicht durch die schwangere Frau – bis zum Tod – verkörpert durch die hockende Figur im Hintergrund. Es erinnert an das metaphysische Interesse anderer Künstler wie Paul Gauguin.

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