Musée d'Orsay: Léon Spilliaert (1881-1946). Licht und Einsamkeit

Léon Spilliaert (1881-1946). Licht und Einsamkeit

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Weiten von Ostende, schwindelerregende Unendlichkeit

Léon SpilliaertNächtliche Landschaft. Düne und entfesseltes Meer© Bibliothèque royale
Ostende gehört zu den zentralen Protagonisten im Werk von Spilliaert. Der Künstler schöpft in seiner Geburtsstadt einen Teil seiner Ausdrucksstärke und Dramaturgie. Seine langen einsamen Spaziergänge entlang des Ufers inspirieren ihn zu düsteren Meeresdarstellungen, ausgeführt in Tintenlavierung, in denen die hohe Horizontlinie die immense Dimension des Meeres verstärkt. Sie geben den Zustand seiner gequälten Seele wieder.

Spilliaert interessiert sich ebenfalls für den Gegensatz zwischen Meer und Stadt, der Ostende kennzeichnet. Das einfache Fischerdorf hat sich zu einem mondänen Badeort entwickelt. Nach dem Vorbild der rechteckigen Architektur der Bauwerke, die von König Leopold II in Auftrag gegeben wurden - Kursaal, Deich oder königliche Galerien - hält die gerade Linie Einzug in das Werk des Künstlers, der Form und Komposition extrem vereinfacht.

Das rein geometrische bzw. minimalistische Motiv verstärkt die allgemeine Stimmung der Einsamkeit und Angst als Spiegelbild seines Empfindens. Die Nacht, die dunklen Massen der Gebäude, die sich im fahlen Licht der Straßenlaternen auflösen, schaffen ein Gefühl der Orientierungslosigkeit und schwindelerregenden Unendlichkeit.

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