Musée d'Orsay: Das schwarze Modell von Gericault bis Matisse

Das schwarze Modell von Gericault bis Matisse

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

Zum Werk Olympia

Edouard Manet
 1832-1883
 Olympia [Olympia]
 1863
 Öl auf Leinwand
 H. 130; B. 190 cm
 Auf Anregung von Claude Manet durch öffentliche Subskription dem Staat übergeben 1890
Edouard ManetOlympia© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski
Mit Ausnahme einiger heftiger Karikaturen bleibt die Figur der schwarzen Dienerin relativ unbemerkt im Skandal, der durch die Darstellung der Olympia von Manet auf dem Salon von 1865 entsteht. Die Kritiken konzentrieren sich hauptsächlich auf das Malsujet des Gemäldes, das als vulgär beurteilt wird, und die fehlende Idealisierung des weiblichen Akts.

Diese "Unsichtbarkeit" der schwarzen Frau verdeutlicht den konventionellen Aspekt der Darstellung (unterwürfige Haltung, ein Blumenstrauß in der Hand). Letztere steht ebenfalls in der langen orientalistischen Tradition, welche mit den Kontrasten und der knisternden Erotik spielt, die durch die Annäherung von dunkel- und hellhäutigen Körpern entsteht. Allerdings initiiert Manet eine radikale Wende, indem er nicht eine phantasievolle Badeszene vor einer exotischen Kulisse darstellt, sondern eine Prostitutionsszene im zeitgenössischen Paris wählt. Die Anwesenheit einer schwarzen Hausdienerin - die auf eine aristokratische und koloniale Vorstellungswelt hinweist - kann als ein Indiz für den gehobenen sozialen Status der Kurtisane gewertet werden und verstärkt die subversive Aussage des Gemäldes.

Paul CézanneEine moderne Olympia© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski
Als großer Bewunderer von Manet nimmt Bazille eine einzigartige Vermischung des modernen Paris und fernen Osten in seinem Werk Die Toilette vor, das auf dem Salon von 1870 abgelehnt wurde. Mit Moderne Olympia , das er auf der ersten Ausstellung der Impressionisten präsentiert, enthüllt Cézanne wiederum die Kulissen des Gemäldes von Manet, indem er einen Freier hinzufügt und der Dienerin eine aktive und theatralische Rolle zuweist.

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10


Zeichensatz vergrössern Den Zeichensatz verkleinern Drucken

Facebook
TwitterInstagramYouTube