Musée d'Orsay: Anfänge der Abstraktion (1800-1914)

Anfänge der Abstraktion (1800-1914)

Gemälde
Vassily KandinskyBild mit rotem Fleck© photo CNAC/MNAM, RMN
Die Frage nach den Anfängen der Abstraktion ist zwar für die Kunstgeschichte von großer Bedeutung, doch war sie noch nie Gegenstand einer umfangreichen Ausstellung in Frankreich, obwohl hier die bedeutendsten Wegbereiter der nicht-gegenständlichen Malerei wirkten. Das Musée d'Orsay, das der Zeitspanne von 1848-1914 gewidmet ist, bot sich als der ideale Ort für eine Auseinandersetzung mit dieser Darstellung.

Die Abstraktion ist kein geschichtliches Phänomen, das urplötzlich durch die gesellschaftlichen Umwälzungen um die Jahrhunderwende entstand, sondern die Folge eines Reifeprozesses, der sich durch das ganze 19. Jahrhundert hinzog. Die Ausstellung handelt vom Einfluss der wissenschaftlich fundierten Sichtweise auf die Anfänge der Abstraktion. Es soll aufgezeigt werden, inwieweit die Entstehung der Abstraktion im Kontext eines physischen Universums voller "Schwingungen" auf die neuen Wahrnehmungsweisen, insbesondere die moderne Sichtweise und ihre Verbindung zu den anderen Sinnen zurückzuführen ist. Die abstrakte Darstellung entzieht sich nicht der Realität, sie bietet eine neuartige, synthetischere Wiedergabe des Sichtbaren.

Die Ausstellung wird für den Besucher zu einer Sinneserfahrung, zu einer visuellen Reise. Den Auftakt bildet eine Installation der zeitgenössischen Künstlerin Ann-Veronica Janssens. Ein Lichttunnel führt den Besucher an die Grenze der farblichen Wahrnehmung. Danach entfaltet sich die Ausstellung in zwei Richtungen der Zeit 1800-1914, die die verschiedenen Art und Weisen der Wahrnehmung erforschen.

Der erste Teil "L'oeil solaire" befasst sich mit der Grenze des Sichtbaren. Was führte Künstler von Turner bis hin zu Delaunay in ihrer Auseinandersetzung mit Licht dazu, sich von der Formdarstellung vollkommen abzuwenden? Der zweite Teil "L'oeil musical" beschäftigt sich mit der visuellen Umsetzung von Klängen und macht den Einfluss der Musik auf den Ursprung der Abstraktion deutlich.

Begleitend zur Ausstellung liegt ein umfassender Katalog mit zahlreichen Beiträgen von Spezialisten zu der Verbindung neuer Sichtweisen und der Entstehung der Abstraktion vor.

Leitender Kommissar


Serge Lemoine, Direktor des Musée d'Orsay Ausstellungskommissar Pascal Rousseau, Lehrbeauftragter an der Universität François Rabelais von Tours

Diese Ausstellung wurde von der Réunion des musées nationaux und dem Musée d'Orsay, Paris organisiert.

Sie genoss die Unterstützung von Unilever Bestfoods France Medienpartner

5 November 2003 - 22 Februar 2004
Musée d'Orsay

Saal für Wechselausstellungen


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