Musée d'Orsay: Charles Gleyre (1806-1874). Der reuevolle Romantiker

Charles Gleyre (1806-1874). Der reuevolle Romantiker

Charles GleyreDie Sintflut© Clémentine Bossard, Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne
Bisher hat in Frankreich keine monographische Ausstellung über Charles Gleyre stattgefunden. Dennoch spielte dieser Künstler in der akademischen Malerei Mitte des 19. Jahrhunderts in Paris bereits eine wichtige Rolle. Die glatte Perfektion seiner Arbeiten und die hauptsächlich aus dem Bereich der Mythologie entlehnten Thematiken führten lange Zeit dazu, dass man hinter diesen Werken einen kalten, konventionellen und die mit dem aktuellen Zeitgeschehen verbundenen Revolutionen bewusst missachtenden Künstler erwartete. Die im Bereich der Kunstgeschichte erfolgten Studien führten dennoch dazu, die Wichtigkeit des Ateliers dieses Künstlers, das sich u. a. auch als Kinderstube von Jean-Léon Gérôme, Claude Monet oder auch Fréderic Bazille erwies, in den Vordergrund zu stellen. Desweiteren stellten sich bei den verschiedenen Revisionen des Werks dieses Künstlers, zu denen auch die wichtige psychoanalytische Analyse von Michel Thevoz aus dem Jahr 1980 zählt, leidenschaftliche Widersprüche von Künstler und Werk heraus. Dank dieser unter dem Zeichen des Spleens und des Ideals stehenden Ausstellung können die Besucher u. a. auch bei der Betrachtung wichtiger, vom Kantonalmuseum für Schöne Künste „Musée cantonal des beaux-arts“ in Lausanne bereitgestellter Werke erneut in die Welt der typischen Illusionen des Akademismus eintauchen.


Kommissariat

Guy Cogeval, Präsident des Museé d'Orsay und des Musée de l'Orangerie
Côme Fabre, Konservator im Musée du Louvre
Paul Perrin, Konservator im Musée d'Orsay

10 Mai - 11 September 2016
Musée d'Orsay
Galerie Bellechasse

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