Musée d'Orsay: Schwarze Pariser. Glenn Ligon

Schwarze Pariser. Glenn Ligon

Zeitgenössische Lektüre

Glenn LigonSchwarze Pariser im Musée d'Orsay© Musée d'Orsay / Sophie Crépy
Das Projekt Schwarze Pariser umfasst zwölf großformatige Neonröhren, welche die Namen der Modelle, Künstler und Schriftsteller in Szene setzen, die in bedeutenden französischen Kunstwerken des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts vertreten sind.

Einige dieser Protagonisten sind sehr bekannt (z. B. Josephine Baker und Alexandre Dumas der Ältere), während andere, wie Laure, die für die Olympia Olympia von Edouard Manet Modell stand, bis heute im Schatten geblieben sind. Obwohl sie eine zentrale Figur eines der wichtigsten Werke von Manet ist, bleibt der richtige Name von Laure bis heute unbekannt, und ihre Präsenz wird in den zahlreichen Arbeiten zu diesem Werk kaum erwähnt.

Diese "so offensichtliche Unsichtbarkeit" ist das Schicksal zahlreicher schwarzer Protagonisten in der französischen Kunst, und Schwarze Pariser stellt einen Versuch dar, diese Situation zu ändern, indem der Name von Laure "ins Licht gerückt wird". Diese Namen in weißer Neonschrift wurden in den Handschriften der Modelle selbst, der Künstler, für die sie gearbeitet haben, sowie mehrerer Angehörigen und Künstlerfreunde von Glenn Ligon realisiert.

Sie wurden dann vergrößert, auf Aluminiumträger montiert und an den Türmen im hinteren Teil des Hauptsaals des Museums positioniert.

Diese zwölf Namen sind von zahlreichen Stellen des Museums aus sichtbar und werden durch den Ausdruck "Nom inconnu“ [unbekannter Name] ergänzt, der in Neonschrift oben an einem der beiden Türme erkennbar sein wird. Dabei handelt es sich um eine Hommage an all jene, deren Identität bis heute noch nicht gefunden werden konnte.

Glenn Ligon (geboren 1960) lebt und arbeitet in New York. Monografische Ausstellungen seiner Werke wurden an verschiedenen Orten organisiert u.a.: Camden Arts Centre, London (2014-15); Whitney Museum of American Art, New York (2011); The Power Plant, Toronto (2005); The Studio Museum in Harlem, New York (2001); Kunstverein, München (2001); Walker Art Center, Minneapolis (2000); und Institute of Contemporary Art, Philadelphia (1998). Seine Werke wurden gezeigt auf der Documenta XI (2002); zwei Biennalen des Whitney Museum (1991, 1993); und All the World's Futures auf der 56. Biennale di Venezia (2015). Zu seinen neuesten Ausstellungsprojekten zählen: Blue Black, Pulitzer Arts Foundation (2017) und Encounters and Collisions, konzipiert in Zusammenarbeit mit Nottingham Contemporary und Tate Liverpool (2015).

Mit der großzügigen Unterstützung von American Friends of the Musée d'Orsay

26 März - 21 Juli 2019
Musée d'Orsay
Allée centrale des sculptures

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