Musée d'Orsay: Der Fotograf Girault de Prangey (1804-1892)

Der Fotograf Girault de Prangey (1804-1892)

Joseph-Philibert Girault de Prangey In der Nähe von Alexandria. Die Wüste.© The Metropolitan Museum of Art, Dist. RMN-Grand Palais / image of the MMA
Nachdem er mehr als ein Jahrhundert in Vergessenheit geraten war, gilt der aus Langres stammende Joseph-Philibert Girault de Prangey seit ca. zwanzig Jahren als einer der Wegbereiter der französischen Fotografie. Der wohlhabende Adlige war Maler und Zeichner, Archäologe und Architekturhistoriker, Kenner seltener Pflanzen und Vögel und außerdem ein Pionier der Daguerreotypie. Diese Technik, die er ab 1841 perfekt beherrschte, ermöglichte ihm die Schaffung eines Werkes, dass hinsichtlich Qualität und Umfang nahezu einmalig ist.

Es umfasst bis heute über verzeichnete 1000 Bilder (diese Zahl kann noch weiter steigen, da das Werk noch nicht vollständig bekannt ist). Die meisten Werke entstanden zwischen 1842 und 1844 während einer Reise vom italienischen Mittelmeerraum über Griechenland, die Türkei Syrien, den Libanon, Jerusalem und Palästina nach Ägypten.

Erstmalig wurde diese Sammlung auch in die vor und nach dieser Reise entstandenen Werke eingebunden. Die Ausstellung zeigt, dass Girault de Prangey ab den 1850er-Jahren einen sehr umfassenden Schatz an Fotografien auf Papier von einer überraschenden Vielseitigkeit und Originalität geschaffen hat. Somit wird das Werk dieses großen Fotografen der 1840er bis 1870er Jahre, von dem seine spektakulären Daguerreotypien nur einen fragmentarischen Eindruck vermitteln, auf neue und umfassendere Weise beleuchtet.

Es werden ca. 100 Daguerreotypien gezeigt, aber auch ca. 50 Fotografien auf Papier, von denen die meisten bisher unveröffentlicht sind und erst vor Kurzem entdeckt wurden. Außerdem sind Malereien, Zeichnungen, Lithographien und bebilderte Werke von de Girault de Prangey zusammen mit Werken seiner Zeitgenossen zu sehen. Die Sammlung wird im französischen Kontext des Zeitraums von 1830 bis 1880 analysiert. Dabei werden die Bereiche Kunst, Archäologie, die Entwicklung von bebilderter wissenschaftlicher Literatur und Gelehrtengesellschaften auf den Gebieten der Archäologie, der Akklimatisierung und des Gartenbaus betrachtet. Dadurch soll ein völlig neues Verständnis der Persönlichkeit von Girault de Prangey und seiner Entwicklung sowohl als Künstler wie auch als Fotograf vermittelt werden.

Kommissare

Thomas Galifot, Chefkonservator Konservator für Fotografie im Musée d'Orsay
Sylvie Aubenas, Leiterin der Abteilung Holzschnitte und Fotografie in der französischen Nationalbibliothek


Organisiert von den Musées d'Orsay et de l'Orangerie, Paris, in Zusammenarbeit mit der Bibliothèque nationale de France.

Wiederholung der Ausstellung Monumentale Reise. Die Daguerreotypien von Girault de Prangey, organisiert von und im Metropolitan Museum of Art, New York, im Winter 2019.

Das Langres Museum präsentiert derzeit bis zum 29. November 2020 die Ausstellung TAUSEND UND EIN ORIENTS, Die großen Reisen von Joseph-Philibert de Prangey (1804-1892).

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19 Mai - 11 Juli 2021
Musée d'Orsay
Salle 8 a
Salle 8 c
salle 8b
Salle 9

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