Musée d'Orsay: James Tissot (1836-1902), die moderne Zweideutigkeit

James Tissot (1836-1902), die moderne Zweideutigkeit

Tissot James (dit), Jacques Joseph (1836-1902). Royaume-Uni, Londres, Tate Collection. N04847.
James TissotLa galerie du HMS Calcutta (Portsmouth)© Tate, Londres, Dist. RMN-Grand Palais / Tate Photography
Jacques Joseph Tissot, der in Nantes geboren wurde und an der Ecole des Beaux-Arts de Paris studierte, war ein herausragender, zugleich widersprüchlicher und faszinierender Künstler der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er übte seine künstlerische Tätigkeit dies- und jenseits des Ärmelkanals aus.
Sein Werk wird zwar regelmäßig auf Ausstellungen, die dieser Periode gewidmet sind, präsentiert, doch dies ist die erste Retrospektive seit der Schau im Petit Palais im Jahr 1985.

Tissots Laufbahn begann Ende 1850 in Paris. Seine Leidenschaft für die japanische Kunst und seine Verbindung zu einflussreichen Zirkeln dienten ihm als Inspirationsquelle für seine Malerei. In Paris, wo Baudelaire Schriften über die moderne Kunst verfasste, die von Künstlern wie Whistler, Manet oder Degas verkörpert wird, war der Dandy Tissot sehr gefragt.
Nach dem Krieg von 1870 und der Pariser Kommune ließ er sich in London nieder und setzte seine ansehnliche Karriere, die ihm Zutritt zur Oberschicht verschaffte, fort.
Sein Werk beschäftigt sich zunehmend mit seiner Lebensgefährtin Kathleen Newton und deren allmählichem Niedergang. Nach dem Tod seiner Muse im Jahr 1882 kehrte Tissot nach Frankreich zurück.
Er schildert auf seinen Gemälden die Pariser Frau ‒ der große Zyklus (Die Frau in Paris) ‒ und erforscht mit dem Zyklus Der verlorene Sohn und hunderten von Bibel illustrationen mystische und religiöse Sujets, die an der Wende zum 20. Jahrhundert von Erfolg gekrönt sind.

Die Ausstellung präsentiert die Kunst dieses Malers vor dem künstlerischen und gesellschaftlichen Hintergrund seiner Zeit und die großen Erfolge eines Künstlers, der sich durch seine oftmals ikonischen Bilder und seine kühnen Recherchen auszeichnete.
Die Schau beschäftigt sich auch mit der Entstehung seines Werks: mit den Themen, mit denen er sich auseinandersetzte und ihren Variationen, mit den verschiedenen Techniken wie der Grafik, Fotografie oder Cloisonné, die er neben der Malerei ausübte.

Ausstellungsleitung

Marine Kisiel, Kuratorin im Musée d'Orsay
Melissa E. Buron, Director, Art Division at the Fine Arts Museums of San Francisco
Paul Perrin, Konservator im Musée d'Orsay
Cyrille Sciama, Generaldirektor des Musée des impressionnismes Giverny


Die Ausstellung wird vom 10. Oktober 2019 bis 9. Februar 2020 auch im Fine Arts Museum von San Francisco präsentiert

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