Musée d'Orsay: Józef Mehoffer (1869-1946). Ein polnischer Symbolist

Józef Mehoffer (1869-1946). Ein polnischer Symbolist

Kirchenfenster
Józef MehofferVita somnium breve© Museum Narodowe w Krakowie
Józef Mehoffer ist um die Jahrhundertwende einer der herausragenden Künstler der Avantgarde, die sich unter der Bezeichnung „Junges Polen“ einen Namen machen, da sie mit der plastischen Tradition der Vergangenheit brechen wollen. Der Künstler hielt sich in Wien und Paris auf, war Mitglied der Wiener Sezession und sein Ruhm war schon zu Lebzeiten weit über die Landesgrenzen gedrungen.

Nichtsdestotrotz setzte er sich für die Anerkennung einer nationalen Kunst ein. Der Künstler zeichnete sich insbesondere durch monumentale Kunstwerke aus, wovon die beeindruckenden Kartons der zwischen 1901 und 1903 entworfenen Fresken für Nationaldenkmäler zeugen. Als Dekorateur war er vorwiegend an der Kathedrale von Saint-Nicolas in Fribourg (Schweiz) tätig, für die er 13 Glasfenster realisierte. Die Komposition weist Stilmerkmale des Symbolismus und des Jugendstils auf, bleibt indes auch nationalen Traditionen verhaftet. Dies wird nicht nur anhand der Themen deutlich, sondern auch durch das Fehlen naturalistischer Elemente und der Illusion von Tiefe. Stattdessen stellt er die dekorative Linienführung und Farbgebung ins Zentrum seiner Darstellungen. Das gleiche gilt auch für seine Staffeleigemälde, insbesondere für die prächtige Porträtreihe, die der Künstler von seiner Frau angefertigt hat.

Die Ausstellung präsentiert keine Retrospektive, sondern dreibig Gemälde, Kartons zu Fresken und Glasmalereien aus der Zeitspanne, auf die das Musée d’Orsay spezialisiert ist.

Ausstellungskommissar


Philippe Thiébaut, Chefkonservator im Musée d'Orsay

Die Ausstellung wurde im Rahmen der polnischen Saison von der Association Française d’Action Artistique (Französischer Verein für Kunst) und dem Adam Mickiewicz Institut in Warschau organisiert.

16 Juni - 12 September 2004
Musée d'Orsay

Zwischengeschoss Säle 68 und 69