Musée d'Orsay: Die grausamen Märchen von Paula Rego

Die grausamen Märchen von Paula Rego

Paula Rego Der Tanz© Private Collection / Bridgeman Images
Paula Rego, die einzige Frau der Künstlergruppe School of London, zeichnet sich durch ihr bissiges, unverkennbares figuratives Werk aus, das durch literarische Bezüge geprägt wird.

Die 1935 in Lisabonn geborene Künstlerin verließ als Jugendliche das diktatorische Regime von Salazar und studierte an der Slade School of Arts in London, wo sie nun seit über fünfzig Jahren lebt. Sie verkehrte mit Francis Bacon, Lucian Freud, Frank Auerbach und David Hockney.
Die Malerin ist für ihre meisterhaften mit Pastellkreide gearbeiteten großformatigen Polyptychen bekannt.

Wie der portugiesische Filmemacher Manoel de Oliveira bezieht Paula Rego ihre Inspiration aus der realistischen und fantastischen Literatur und visuellen Kultur des 19. Jahrhunderts (Jane Eyre, Peter Pan, Daumier, Goya, Lewis Carroll, Hogarth, Ensor, Degas…). Sie mischt diese Referenzen mit stark autobiografisch geprägten, realen Elementen aus gesellschaftspolitischen Themen der heutigen Welt. Ihre narrativen, beißend ironischen Gemälde, die einem grausamen Märchen entnommen scheinen, schildern, fern des gesellschaftlichen Kodex, in einer bizarr anmutenden Inszenierung die Situation der Frau.

„Meine Lieblingssujets sind Machtspiele und Hierarchien. Ich will immer alles verändern, die etablierte Ordnung auf den Kopf stellen, die Heldinnen und Idioten ersetzen”. Sie tut es einem Hogart, Goya oder Grosz gleich, indem sie das Etablierte infrage stellt und voller Ironie die durch die Familie, Religion und den Staat verkörperte bürgerliche Gesellschaft schildert.

Anhand der in ihrem Atelier inszenierten Gliederpuppen, Puppen und Masken erschafft Paula Rego Figuren oder Tiere, die sie verwandelt, verzerrt darstellt. So entstehen großformatige Kompositionen, die Realität und Fiktion, Träumerei und Alptraum vermischen.


Kuratorin

Cécile Debray, leitende Konservatorin, Direktorin des Musée de l'Orangerie

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17 Oktober 2018 - 14 Januar 2019

Paris, Musée de l'Orangerie


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