Musée d'Orsay: Das Kunstwerk und seine fotografische Reproduktion

Das Kunstwerk und seine fotografische Reproduktion

Fotografie
Stephen ThompsonDie schlafende Ariadne (Vatikan, Rom)© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt
Die bildliche Reproduktion von Kunstwerken wird seit Bekanntmachung von Daguerres Erfindung als ein vorrangiges Sujet der Fotografie betrachtet. Selbst ihre Gegner loben die Genauigkeit des neuen Mediums. Die Fotografie, so scheint es jedenfalls, ermöglicht eine gegenüber dem Original völlig getreue Darstellung, wie sie der Kunstdruck nie erreichen könnte.

Trotz dieser angeblichen Qualitäten gilt es noch jede Menge Schwierigkeiten zu lösen: die Ausleuchtung der Werke, die Fähigkeit, großformatige Werke vollständig und auf homogene Weise und vor allem farbig zu reproduzieren, woran die Fotografie bis zum Ende des 19. Jahrhunderts scheitert. Dennoch gibt es zahlreiche Künstler, die ihre Werke fotografieren lassen wollen: Courbet macht ab 1853 aus eigener Initiative und auf eigene Faust Versuche, die ihn aber kaum zufrieden stellen; Gérôme wiederum gelingen die Aufnahmen meisterlich, in Verbindung mit der Firma von Goupil, dessen Schwiegersohn er ist.

Die ausgewählten Fotografien – von der Daguerreotypie bis zur Autochrom-Platte – zeigen Gemälde, aber auch Beispiele aus Plastik und Architektur. Damit wird der entscheidende Einfluss der fotografischen Reproduktion auf die Geschmacksgeschichte dank der Verbreitung der Werke angesprochen.

Ausstellungskommissarinnen


Dominique de Font-Réaulx, Konservatorin im Musée d'Orsay und Joëlle Bolloch, Referentin für dokumentarische Studien im Musée d'Orsay

27 Juni - 24 September 2006
Musée d'Orsay
Salle 8 c

Galerie für Fotografie


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