Musée d'Orsay: Eine viktorianische Fotografin: Lady Hawarden (1822-1865)

Eine viktorianische Fotografin: Lady Hawarden (1822-1865)

Lady Clementina HawardenStudie nach der Natur (Isabella Grace und Florence Maude)© Musée d'Orsay, Dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt
Das Musée d'Orsay präsentierte eine Auswahl von rund vierzig Fotografien, die aus einer Ausstellung stammten, die anlässlich des hundertfünfzigjährigen Bestehens der Fotografie vom Victoria & Albert Museum in London und dem British Council organisiert worden war. Es handelte sich um die erste monografische Ausstellung von Lady Hawarden, einer der bedeutendsten englischen Fotografinnen des 19. Jahrhunderts, deren Werk schon Lewis Carroll begeistert sammelte.



Lady Hawarden begann 1856 sich für die Fotografie zu interessieren und machte sich in Kürze mit der Technik vertraut. Ihre Motive entnahm sie ihrer Umgebung: ihr Landsitz von Dundrum in Irland, wo sie die Bauern und vor allem ihre Familie fotografierte. Insbesondere ihre drei ältesten Töchter dienten ihr als Modell für ihre „tableaux vivants“ („lebenden Bilder“), die sie um 1862-1863 realisierte; sie stellte die heranwachsenden Mädchen mit Vorliebe verkleidet und mit romantischer Inszenierung dar.

Lady Hawardens Werk ist der Darstellung der Sinnlichkeit und Ausdrucksstärke der weiblichen Schönheit gewidmet. Es ist charakteristisch für sie, dass sie keiner ihrer Szenen einen genauen Titel gegeben hat. Trotz der aufschlussreichen Kostüme oder Gesten ihrer Modelle können die Szenen individuell interpretiert werden. Lady Hawarden war insofern schon eine moderne Fotografin als die Behandlung des Lichts und die transparente Wirkung eine wichtigere Rolle spielten als der eigentliche erzählerische Inhalt.

Ausstellungsleitung


Virginia Dodier (London), Françoise Heilbrun, Konservatorin im Musée d'Orsay und Philippe Néagu, Hauptattaché im Musée d'Orsay

13 Februar - 29 April 1990
Musée d'Orsay

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