Musée d'Orsay: Le corps en morceaux

Le corps en morceaux

Couverture
Anliegen dieser Ausstellung war es, das Fragment Körper in der Skulptur zu erforschen. Der Betrachter muss die Statue von allen Seiten anschauen können. Die Formen wickeln sich vor seinen Augen ab. Der Künstler zählt auf sein Wissen, sein Erinnerungsvermögen, seine Vorstellungskraft.

Vor den Jahren 1880-1910 erklärten die Konservatoren des Louvre die Anfänge der Geschichte folgendermaßen: absichtlich geschaffene Fragmente ob im Zusammenhang mit Religionen oder Glaubensüberzeugungen (Ex-voto, anatomische Reliquien), oder Fragmente im Dienste der Wissenschaft: „Zerstückelung des Problems“ für Medizinstudenten oder Künstler (anatomische Wachsmodelle, Ateliermodelle).

Danach betrachtete man die Kunstgeschichtsschreibung aus einem anderen Blickwinkel.

Welche Haltung sollte man gegenüber den entsetzlich entstellten antiken Fundstücken einnehmen, die man bei den Grabungen in der Renaissance entdeckt hatte? Sollten die Torsi ergänzt weder oder nicht? Die Antwort ändert sich im Laufe der Jahrhunderte, Restaurierung und „Rückrestaurierung“ der Skulpturen folgen aufeinander. In der Zwischenzeit bringt Michel Angelo die allgemein anerkannte Meinung durcheinander: er erklärte als erster eine unvollständige Statue als vollendetes Werk.

Das Motiv wird zerstückelt. Zuerst Torsi, dann Köpfe (Büste und Maske werden hier nicht behandelt, sie verdienen eine eigene Ausstellung), dann Hände, Beine und Füße.

Im 19. Jahrhundert zerstückelte der Künstler sein Werk bevor er es goss. Auguste Rodin, ein bedeutender Künstler und unumstrittener Meister der fragmentarischen Kunst, setzte seine Fragmente zusammen, er brach mit dem Realismus ohne jedoch zur abstrakten Kunst überzugehen.

Ausstellungsleitung

Anne Pingeot, Chefkonservatorin im Musée d'Orsay, Antoinette Le Normand-Romain, Konservatorin im Musée d'Orsay, Nicole Barbier, Konservatorin im Musée d'Orsay und Hélène Pinet, zuständig für Fotografie im Musée Rodin

5 Februar - 3 Juni 1990
Musée d'Orsay

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